Ärger um neuen Verein für Sauerländer in Berlin

Blick auf Landschaft

Ärger um neuen Verein für Sauerländer in Berlin

Von Heinrich Buttermann

Seit gestern gibt es im Sauerland einen neuen Verein: "Die Sauerländer Botschaft" soll helfen, Sauerländer in Berlin zu vernetzen, doch es gibt jetzt schon Kritik.

Eine Botschaft für das Sauerland

Am Mittwochabend wurde in Bad Fredeburg ein neuer Verein gegründet. Die "Sauerländer Botschaft" will in Berlin kurze Drähte zu Politikern schaffen und gleichzeitig dort lebende Sauerländer vernetzen. Andere Vereine und Verbände kritisieren die Idee. Durch "Südwestfalen Agentur", Industrie- und Handelskammer Hellweg-Sauerland und "Sauerland Initiativ" sei die Region bereits gut vertreten.

Knapp 30 Interessierte waren bei der Gründungs-Versammlung dabei. Emanuel Homann gehört zu den Aktiven der ersten Stunde. Der Architekt hat sein Unternehmen in den vergangenen Jahren stark vergrößert. Am Stammsitz in Brilon sitzen mittlerweile 30 Mitarbeitende, in Frankfurt 16, in Düsseldorf 10, in Berlin 15. "Hier möchten wir uns möglichst schnell auf 30 verdoppeln", sagt er.

"In Berlin laufen viele Sauerländer rum"

"Als ich in Berlin war, war ich erstaunt. Da laufen so viele Sauerländer rum, verstreut und nicht gebündelt. Und genau das ist das Problem", erklärt Emanuel Homann. Er wünscht sich einen gemeinsamen Anlaufpunkt, um Kräfte zu bündeln. Und der Draht zur Politik soll besser funktionieren.

Sauerland-Kneipe als Treffpunkt in der Hauptstadt

Wie die Sauerländer Botschaft dabei aussehen soll, steht noch nicht fest. Aktuell werden Ideen gesammelt. Zunächst soll es Vorträge und Veranstaltungen geben, auf Dauer ist ein eigenes Büro gewünscht.

Ungewöhnliche Vorschläge gibt es schon: "Eine Sauerländer Kneipe, mit den vielen guten Bieren aus unserer Region, das wäre ein toller Treffpunkt", sagt Emanuel Homann.

Scharfe Kritik von IHK und Südwestfalen Agentur

Während er und seine Mitstreiter voller Tagendrang sind, treten andere mächtig auf die Bremse. Geradezu verärgert haben sie auf die Ankündigung zur Vereinsgründung reagiert. Thomas Frye, IHK Arnsberg findet deutliche Worte: "Eine weitere Zersplitterung (...) führt nur zur Verwirrung von Politik und Unternehmer".

"Da geht noch vieles besser", meinen dagegen die Unternehmer, die sich jetzt zur "Sauerländer Botschaft" zusammenschließen wollen. Dass die Gegenwehr so heftig ist, damit hatten sie nicht gerechnet. "Aber es ist wichtig, dass über unser gesprochen und geschrieben wird", so Emanuel Homann.

Kompetenzen müssen gebündelt werden

Nur eine geteilte Unterstützung bekommt er von Professorin Anne Jakobi, FH Meschede. Sie untersucht die Region, kennt sich mit der Wirkung der Begriffe "Sauerland" und "Südwestfalen" aus. Die Region bekannter und stärker machen, Arbeitskräfte in die Region bringen und die Politik gezielt ansprechen, das sei wichtig. Aber: Kompetenzen müssten besser gebündelt werden.

Gegen Absprachen haben die Gründungsmitglieder der "Sauerländer Botschaft" nichts, betonen sie. Man wolle gemeinsam das Sauerland nach vorne bringen. Deshalb habe man auch ganz unterschiedliche Akteure zur ersten Versammlung eingeladen. So sollen möglichst viele Ideen einfließen, um die "Sauerländer Botschaft" so schnell wie möglich mit Leben zu füllen.

Ärger um neuen Verein im Sauerland 04:02 Min. Verfügbar bis 25.08.2022

Stand: 26.08.2021, 08:36