Rechten-Demos: Sperrungen in Bielefelder Innenstadt

Rechten-Demos: Sperrungen in Bielefelder Innenstadt

  • Demos am Samstag in Bielefeld
  • Polizei bereitet sich auf Großeinsatz vor
  • Straßen in der Innenstadt gesperrt

Bielefeld bereitet sich auf mehrere Demonstrationen am Samstag (09.11.2019) vor. Zwischen 11 und 20 Uhr ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Mehrere Straßen sind gesperrt. Dazu fahren mehrere Bahn- und Bus-Linien gar nicht oder nur eingeschränkt.

Auf der einen Seite hat die Partei "Die Rechte" eine Demonstration zum Geburtstag der verurteilten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck angemeldet - ausgerechnet am Gedenktag an die Reichspogromnacht. Auf der anderen Seite hat ein "Bündnis gegen Rechts" zum Gegenprotest aufgerufen. Der Zusammenschluss von Gruppen aus Politik, Kirchen und Vereinen erwartet rund 5.000 Teilnehmer.

"Die Rechte" will für Holocaust-Leugnerin Haverbeck demonstrieren

Die Initiatoren der "Rechten"-Demo rechnen laut Polizei mit rund 300 Teilnehmern. Anders als im vergangenen Jahr führt ihr Demonstrationszug nicht durch die Fußgängerzone und am Rathaus vorbei, sondern vom Bahnhof aus um die Stadt herum zum Landgericht. Die Strecke wird von der Polizei mit Gittern weitgehend abgesperrt.

Reul muss sich rechtfertigen

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) musste sich am Donnerstag (07.11.2019) im Landtag dafür rechtfertigen, dass er keinen Einfluss genommen habe, um Rechtsmittel gegen die Demonstration einzulegen. Dafür habe er keine aussichtsreiche Möglichkeit mehr gesehen, sagte Reul im Innenausschuss.

Aufruf der Antisemitismusbeauftragten

Unterdessen hat Nordrhein-Westfalens Antisemitismusbeauftragte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger dazu aufgerufen, am Samstag in Bielefeld gegen den Rechten-Aufmarsch zu demonstrieren. "Es geht darum, zusammen mit vielen anderen zu zeigen: Ihr habt hier keinen Platz." Es müsse deutlich werden, dass die Zivilgesellschaft eine Verletzung der Grundwerte nicht zulasse.

Stand: 08.11.2019, 18:00