Trupbacher Heide: Miniraupe im Einsatz für Naturschutz

Renaturierung Trupbacher Heide 04:06 Min. Verfügbar bis 14.01.2021

Trupbacher Heide: Miniraupe im Einsatz für Naturschutz

Von Andreas Reichenau

  • Miniraupe hilft beim Naturschutz
  • NRW-Stiftung ist Eigentümerin
  • Heide ist wichtiger Schutz für seltene Vögel und Pflanzen 

Die Trupbacher Heide bei Siegen - im Umkreis von 60 Kilometern gibt es nichts Vergleichbares. Bis vor wenigen Jahren waren hier noch Panzer unterwegs. Jetzt muss die durch Menschen entstandene Heidelandschaft aufwändig gepflegt werden. Hier gibt es bedrohte Pflanzen und Tierarten wie die extrem seltene Heidelerche.

Zum Schutz der Heide werden Bäume abrasiert

Frank Bunzel bedient mit einem Joystick die Fernbedienung eines kleinen Kettenfahrzeugs. Wie eine Miniraupe rollt das Gefährt über die Heidepflanzen. Vorne rattert ein Messermähwerk. Ginsterbüsche und kleine Bäume rasiert die Maschine einfach ab. Bis zu fünf Zentimeter starke Stämme kann Frank Bunzel so entfernen.

Das 60.000 Euro teure Spezialgerät kommt zum Einsatz, damit hier die Heide wächst und nicht der Wald. Der Boden wird bei der Arbeit kaum belastet. Der Druck pro Quadratzentimeter ist geringer, als wenn ein Mensch zu Fuß über die empfindlichen Pflanzen geht. 

Heidelerche brütet am Boden - Hunde nicht frei laufen lassen

Renaturierung Trupbacher Heide

Das Gelände der Trupbacher Heide

An anderer Stelle hat ein Bagger mit seiner Schaufel die Humusschicht von der Erde abgekratzt. Kahle Flächen so groß wie ein Fußballplatz sind entstanden. "Hier finden die Heidelerchen ihre Nahrung - Samenkörner aber auch Insekten, kleine Raupen und Käfer", sagt Manuel Graf von der Biologischen Station in Kreuztal. Er betreut die Naturflächen auf dem riesigen ehemaligen Truppenübungsplatz.

Ein Dutzend Brutpaare der Heidelerche sind hier beheimatet. Jetzt im Winter leben die Vögel in Südeuropa, erst im Frühling kommen sie nach Siegen zurück. "Die Heidelerche baut ihre Nester am Boden, gut versteckt zwischen den Heidepflanzen. Deshalb sollen Spaziergänger auf den Wegen bleiben und ihre Hunde nicht frei herum laufen lassen", so der Naturschützer.

Panzer schafften Biotope für bedrohte Pflanzen und Schmetterlinge

Renaturierung Trupbacher Heide

Die Miniraupe rasiert Büsche und kleine Bäume ab

Gerade die vom Aussterben bedrohten Falter wie der Schwalbenschwanz oder der Dukatenfalter können auf dem Gelände überleben. 300 Hektar groß ist das ehemalige Militärgelände. Ein Drittel steht unter strengem Naturschutz. Die NRW-Stiftung ist mittlerweile Eigentümerin des Geländes. Sie hat den Truppenübungsplatz von der Bundesrepublik Deutschland übernommen.  

Stand: 14.01.2020, 18:17