Nach dem Fall Lügde: Landrat kündigt Rücktritt an

Der Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont, Tjark Bartels, sitzt bei der Pressekonferenz zu den Missbrauchsfällen in Lügde auf dem Podium

Nach dem Fall Lügde: Landrat kündigt Rücktritt an

  • Landrat kündigt Rücktritt an
  • Gesundheit als Grund angegeben
  • Hatte wichtige Rolle im Fall Lügde

Der Landrat von Hameln-Pyrmont in Niedersachen hat seinen Rücktritt angekündigt. In einer am Donnerstag (10.10.2019) veröffentlichten Videobotschaft gab er dafür gesundheitliche Gründe an. Tjark Bartels hatte im Zuge des Lügder Missbrauchs-Skandals eine wichtige Rolle gespielt.


Burn-out nach dem Missbrauchsskandal

Der 50-Jährige ist schon seit Monaten krankgemeldet. Bartels sagte jetzt, er leide unter einem Burn-out. Seine Ärzte hätten ihm geraten, nicht wieder in seinem Beruf zu arbeiten. "Ich werde formal aus dem Dienst des Landrates ausscheiden", sagte er weiter.

Jetzt prüft das niedersächsische Innenministerium Bartels Dienstfähigkeit. Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde hatte er mehrmals Fehler seiner Behörde eingeräumt.

"Hate Speech" überschreitet Grenzen

In seiner Videobotschaft im Netzwerk Youtube kritisiert er den Umgangston im Fall Lügde, insbesondere bei den Sozialen Medien. Politiker seien Beschimpfungen, auch in übler Form, gewohnt. "Auch ich habe das jahrelang ausgehalten." Aber: "Im Fall Lügde war meine Grenze deutlich überschritten." Man müsse sich ernsthaft Gedanken darüber machen, dass "Hate Speech" ein Teil der Medienwelt geworden sei.

Stand: 11.10.2019, 10:07