Mysteriöses Tier in Werl ist weiße Hirschkuh

Eine weiße Hirschkuh mit dem Namen "Pinki"

Mysteriöses Tier in Werl ist weiße Hirschkuh

Von Christian Hoeper

  • Geflohene weiße Hirschkuh sorgt für Verwirrung
  • "Pinkki" streift durch Wälder in Werl
  • Informationen an den Jukiba Speckenhof in Bönen

Im Kreis Soest rieben sich am Freitag (21.12.2018) mehrere Fußgänger verwundert die Augen: Sie hatten ein mysteriöses weißes Tier entdeckt.

Kein Albino-Reh, kein Kalb und auch kein Einhorn: Nach WDR-Informationen ist das Tier, das im Raum Werl umherstreift, eine weiße Hirschkuh namens "Pinkki". Den Namen trägt sie wegen ihrer rosa-farbenen Nase.

Seit vier Wochen vermisst

Eigentlich ist "Pinkki" auf dem "Jukiba Speckenhof" in Bönen im Kreis Unna zuhause. Vermisst wird sie schon seit dem 23.11.2018. Damals floh sie zusammen mit vier Hirschkühen, einem zahmen Reh und einem kastrierten Hirsch.

Mehrere Hirschkühe auf der Weide des Jukiba Speckenhofs

Pinkkis Kumpel sind wieder zuhause im Gehege

Besitzerin Sybille Stoeckmann hat bereits Anzeige erstattet. Sie vermutet, dass die Tiere aufgescheucht wurden: "Die flüchten nicht einfach so. Wir haben Fußspuren entdeckt und der Zaun um das Gehege wurde abgeknickt."

Erste Fangversuche

Anfang Dezember dann Erleichterung: Der Hirsch kam zurück und lockte mit seinem Röhren auch die anderen Tiere an. "Wir haben das Gehege geöffnet, gewartet, bis die Hirschkühe drin waren, und schnell zugemacht", erzählt Sybille Stoeckmann.

Darunter auch "Pinkkis" beste Freundin, die schwarze Hirschkuh "Ponkki". Die weiße Hirschkuh blieb aber außerhalb des Geheges. Auch ein Fangversuch mit einem Betäubungsgewehr scheiterte.

"Wir standen zwei Meter vor Pinkki. Als der Mann schießen wollte, klingelte sein Handy und Pinkki war weg", trauert die Besitzerin.

Bundesweites Aufsehen

Mitte Dezember dann das nächste Lebenszeichen. In einem überregionalen Zeitungsartikel taucht ein Foto von einem mysteriösen weißen Tier auf, zehn Kilometer Luftlinie von Bönen entfernt.

Sybille Stoeckmann löst das Rätsel und erhält seitdem viele Anrufe, Fotos und Zuschriften. "Die Leute dachten, sie seien verrückt, weil Pinkki von weitem wie ein mystisches Tier aus Harry Potter aussieht."

Und jetzt?

Der Jukiba Speckenhof in Bönen

Der Jukiba Speckenhof in Bönen

Jetzt gilt es, Pinkki möglichst vor Weihnachten einzufangen. Sybille Stoeckmann glaubt, dass die weiße Hirschkuh neue Freunde gefunden hat. "Wir vermuten, dass sie sich bei Werl einer Rehgruppe angeschlossen hat, weil sie das von unserem Hof kennt."

"Um Pinkki einzufangen, müssen wir genau wissen, wo sie ist. Dann müssen wir sie einkreisen, anfüttern und einfangen." Spaziergänger, die die Hirschkuh sehen, sollen die Besitzerin deshalb über den Standort informieren. Sie ist erreichbar auf dem Jukiba Speckenhof in Bönen.

Stefan Prott, Hegeringleiter in Werl, rät, das Tier in Ruhe zu lassen und nicht aufzuscheuchen. "Es ist deutlich größer als ein Reh, das darf man nicht unterschätzen."

Stand: 21.12.2018, 17:56