Münsters Polizeipräsident trifft Hisbollah-nahe Gruppe

Der münstersche Polizeipräsident Kuhlisch beim Treffen mit einer Hisbollah-nahen Gruppe

Münsters Polizeipräsident trifft Hisbollah-nahe Gruppe

Münsters Polizeipräsident Hajo Kuhlisch hat sich zum Dialog mit Mitgliedern der Imam-Mahdi Moschee getroffen. Laut NRW Verfassungsschutz eine Begegnungsstätte für islamistische Hisbollah-Anhänger.

Bereits im November waren die Mitglieder der Imam-Mahdi Moschee bei Münsters Polizeipräsident Hajo Kuhlisch zu Gast. Mitglieder des Zentrums hatten als "Mahdi-AG" im Anschluss ein Foto von dem Treffen gepostet.

Moschee unter Beobachtung

Verfassungsschutz

Der Haken daran: Die Moschee in Münster-Hiltrup gilt laut Verfassungsschutz als eine der wichtigsten Begegnungsstätten für Anhänger der islamistischen Hisbollah in NRW. Seit 20 Jahren werde die Anlaufstelle der islamistischen Vereinigung vom Verfassungsschutz beobachtet.

Verfassungsschutz nicht informiert

Hans-Joachim Kuhlisch

Polizeipräsident Hans-Joachim Kuhlisch

Von dem Besuch beim Polizeipräsidenten waren aber nach eigener Darstellung weder das Innenministerium noch der Verfassungsschutz informiert. Laut den Verfassungsschützern will die Hisbollah nach wie vor unter anderem die Vernichtung Israels, notfalls auch mit terroristischen Mitteln. Mitglieder der münsterschen Gemeinde wiesen den Vorwurf gegenüber dem WDR zurück.

"Polizeilich unauffällig"

Von Seiten der Polizei Münster hieß es, der Polizeipräsident treffe sich regelmäßig mit allen Religionsvertretern Münsters, die friedliche Koexistenz der Religionen sei ein wertvolles Gut. Die Moschee sei polizeilich völlig unauffällig.

Innenministerium kritisiert Polizeipräsidenten

Das NRW-Innenministerium hat Münsters Polizeipräsidenten Hajo Kuhlisch offen kritisiert. Es sei zwar gut, dass Kuhlisch mit allen gesellschaftlichen Gruppen, auch den muslimischen Gruppen, im Gespräch bleibe. Nicht gut sei aber, dass er sich "mit dieser speziellen Gruppe hat fotografieren lassen."  Man wisse nie "wie solche Fotos mit hochrangigen Repräsentanten der Polizei genutzt oder gar instrumentalisiert werden."

Stand: 09.12.2018, 16:06