NRW bekommt Klima wie in Nordspanien

Ein Thermometer zeigt am Strand des Helenesees fast 36 Grad Celsius an.

NRW bekommt Klima wie in Nordspanien

  • Zwei Grad wärmer in den Städten
  • Mehr Starkregen, weniger Schnee
  • Stadtplanung muss reagieren

Der globale Klimawandel ist auch in Nordrhein-Westfalen angekommen. Laut einem Klimamonitoring des Landesumweltamts werden die Menschen in NRW künftig mit heißeren Sommern, weniger Schneetagen und  Starkregenereignissen rechnen müssen. Hauptgrund dafür ist die Erderwärmung, die in NRW die Jahresdurchschnittstemperatur anhebt.

Mehr Starkregen, weniger Schnee

das Auto steht im Wasser unter der Brücke

Starkregen in Münster

Im Vergleich zu den 50er Jahren hat sich die Jahresmitteltemperatur schon um ein Grad auf 10,2 Grad im Schnitt erhöht. In den Städten liegt dieser Durchschnitt oft noch zwei Grad höher. Das hat Folgen für die gesamte Umwelt. Seit der Jahrtausendwende hat es in ganz NRW vermehrt lokale Starkregenereignisse wie im Juli 2014 in Münster gegeben. Bei solchen Unwettern fällt in wenigen Stunden soviel Regen wie sonst in einem ganzen Monat. Die Winter werden wärmer, es gibt weniger Schnee. Am Kahlen Asten ging die Zahl der Schneetage seit den 50er Jahren von 90 auf rund 75 Tage zurück.

Heiße Sommer in den Städten

In den Ballungszentren des Ruhrgebietes und in Großstädten wie Köln und Düsseldorf werden heiße Sommer der Bevölkerung  zu schaffen machen. Besonders ältere Menschen, Kranke und Kinder könnten von den Folgen der Überhitzung betroffen sein. An Tagen, an denen das Thermometer schon mittags über 32 Grad steigt, bilden sich in dicht bebauten Straßen Hitzeinseln. Abkühlung ist nur möglich, wo grüne Viertel für Klimatisierung sorgen und nicht zuviele Flächen durch Bebauung versiegelt sind. Eine Stadt wie Köln - so ergab die Studie des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz - heizt  sich aufgrund der hohen Einwohnerzahl und engen Bebauung stärker auf als Bochum oder Bonn.

Kühlung durch begrünte Dächer

Dachbegrünung

Dachbegrünung soll gegen Hitze helfen

In NRW wird insgesamt ein Drittel der gesamten Treibhausgase des gesamten Bundesgebietes produziert. Ein Klimaschutzgesetz des Landes soll diese Emissionen zurückfahren. Damit sich Städte wie Köln oder Münster nicht zu sehr aufheizen, wird dort bereits untersucht, welche Maßnahmen helfen können. So könnten zusätzliche Bäume Häuserfassaden beschatten,  um das Aufheizen zu verhindern. Dachbegrünungen könnten einen klimatisch positiven Effekt haben. Im Hinblick auf Starkregen sollen künftig  große Sickerflächen oder auch der Ausbau der Kanalrohre Überflutungen vorbeugen.

Stand: 02.03.2018, 15:58