Münster überarbeitet Aufnahmekriterien für Kitas

Ein Stiefelständer in einer Kita

Münster überarbeitet Aufnahmekriterien für Kitas

Von Nicole Albers

  • Vergabe soll transparenter werden
  • Schwammige Kriterien sind gestrichen
  • Familienausschuss berät am 24. Januar

Die Stadt Münster hat ihre Kriterien zur Vergabe der begehrten Kitaplätze überarbeitet. Kein Spielraum für Interpretationen und mehr Transparenz - darum geht es. Entsprechend fallen schwammige Kriterien, wie etwa, ob ein Kind in die "Gruppenstruktur" passt, komplett raus.

Wohnortnähe fällt weg

Gestrichen wurde auch die Wohnortnähe zur nächsten Kita als Kriterium. "Wir können keine klare Entfernungsgrenze ziehen", erklärt Anna Pohl, Leiterin vom Amt für Kinder, Jugend und Familie. "Würden wir eine Grenze von maximal zwei Kilometern zur nächsten Kita festlegen, würden theoretisch Einrichtungen, die 2,1 Kilometer entfernt sind, herausfallen." Das sei unsinnig.

Anna Pohl von der Stadt Münster zu neuen Kriterien für die Kita-Platz-Vergabe

00:26 Min.

Stattdessen gibt es einen klar definierten Vergabefahrplan: Vorrang haben Kinder aus Münster und "Härtefälle" aufgrund einer persönlichen Notlage. Geguckt wird auch, ob beide Eltern berufstätig sind, ob bereits Geschwister in der Kita betreut werden oder ob es sich um ein Kind handelt, dass schon älter als 3 Jahre ist.

Richtlinien betreffen nur die wenigsten Kiten

Porträt einer älteren Frau mit dunklen, langen Haaren

Anna Pohl vom Jugendamt will auch mit anderen Kita-Trägern sprechen

Der Überarbeitung voraus ging ein Rechtsstreit vor dem OVG, bei dem der Kommune zu wenig Transparenz vorgeworfen wurde. Mit dem neuen Katalog will sich die Stadt nun Rechtssicherheit verschaffen. Allerdings betreffen die Änderungen zunächst nur die kommunalen Kiten und das sind gerade mal 29 von insgesamt 180. "Wir sind bereits in Gesprächen mit den übrigen Trägern, um sie über die neuen Kriterien zu informieren", meint Pohl. Schließlich läge es auch im Interesse aller anderen, unangreifbar zu sein.

Ausschuss muss noch zustimmen

Am 24. Januar 2018 wird der Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien über den Katalog abstimmen. Bei der neuen Vergaberunde der Kitaplätze ab dem 9. Februar sollen die Kriterien bereits zur Anwendung kommen.  

Stand: 18.01.2018, 20:00