Streit um sozialen Wohnungsbau in Münster

Das mit Wasser gefüllte Hafenbecken in Münster. Auf der gegenüberliegenden Seite ein halb abgerissenes Gebäude und ein Schuttberg

Streit um sozialen Wohnungsbau in Münster

Von Christian Schweitzer

  • Grundstückseigentümer will Hotel- und Museumsneubau
  • Neuer Bebauungsplan soll sozialen Wohnbau festlegen
  • Ratsentscheidung am zwölften Dezember erwartet

Bei der geplanten Bebauung im Hafen in Münster gibt es Streit zwischen der Stadt und einem Grundstückseigentümer. Dabei geht es für Münster um wichtige neue Wohnungen. Der Architekt und Grundstückseigentümer hat für das Gelände eine Bauvoranfrage für einen Hotel- und Museumskomplex gestellt. Die Stadt will hier aber ein Wohngebiet schaffen, mit 30 Prozent Sozialwohnungen.

Alter Bebauungsplan weiter gültig 

Der Architekt beruft sich auf den gültigen Bebauungsplan. Danach ist auf dem Gelände nur Gewerbe zugelassen. Auch ein Hotel oder ein Museum würde dazu zählen. Nun fürchtet die Stadt, dass mit dem Hotel- und Museumsprojekt zu wenig Platz für die dringend benötigten Wohnungen bleibt.

Eigentümer gegen Sozialwohnungen

Zwar will auch der Grundstückseigentümer auf dem Gelände über 400 Wohnungen bauen - zusätzlich zu dem Hotel-Museumskomplex. Aber eben keine günstigen Sozialwohnungen, zu der die Stadt ihn per Vertrag verpflichten will. Entsprechende Verhandlungen blieben bisher erfolglos.   

12 Monate Zwangspause

Ein neuer Bebauungsplan für das Gelände könnte das ändern. Denn damit würden alle Bauvorhaben am Hafen für mindestens ein Jahr zurückgestellt, verbunden mit einer möglichen Veränderungssperre. Die Stadt könnte den Eigentümer so daran hindern, durch einen Baubeginn Fakten zu schaffen. Die Entscheidung fällt der münstersche Rat am zwölften Dezember.  

Stand: 05.12.2018, 20:00