Motorrad-Veteranen tuckern durchs Sauerland

Mehrere Menschen auf Motorrädern

Motorrad-Veteranen tuckern durchs Sauerland

Von Heiko Dolle

  • Einige Motorräder wurden in den 30er-Jahren gebaut
  • Bis zu 120 Kilometer legten die Oldtimer zurück
  • Historische Gefährte gingen an den Start

Blitzblank poliert strahlten die Oldtimer auf zwei Rädern mit ihren Besitzern um die Wette. Historische Motorräder und Motorradgespanne mit so klangvollen Namen wie Adler, Torpedo oder Maico Maicoletta. Einige Maschinen waren weitaus älter als ihre stolzen Besitzer.

Sie wurden gebaut, als in Deutschland noch mit Reichsmark bezahlt wurde, vor fast 80 Jahren. Andere Motorräder entstanden in der Wirtschaftswunderzeit der 50er-Jahre oder als Markus Anfang der 80er sang: "Ich will Spaß, ich geb Gas".

Gemächlich und gemütlich

Hupe an einem alten Motorrad

Ein Highlight dieses Motorrads: die Hupe

Wer Motorrad-Oldtimer fährt, der "rast nicht, er cruist über die Landstraßen", erzählte Gerhard Baumann aus Twist im Emsland. Seine Nimbus Spezial wurde 1939 gebaut. Trotz des stolzen Alters hätte er sie bislang kaum reparieren müssen. Zum Glück, denn die Ersatzteile sind manchmal schwer zu finden.

Englischer Flieger-Motor

Noch etwas älter war die Tornax von Rudi Mähler aus Schalksmühle. Sie wurde 1930 in Wuppertal gebaut, inklusive eines englischen Flieger-Motors. "Das war damals nicht ungewöhnlich", erzählte der Sauerländer. "Denn die Entwicklung neuer Motoren war für kleine Hersteller viel zu kostspielig."

Oldies auf den Straßen des Sauerlandes

Am Samstag (11.08.2018) rollten zahlreiche historische Motorräder und -roller über die Straßen des Sauerlandes. Der Kiersper Rallye-Club hatte zur Ausfahrt eingeladen.

Mann auf einem alten Motorrad

Mit Helm und Schutzbrille: Perfekt und vor allem passend zur Maschine ausgestattet starteten viele Teilnehmer auf die 120 Kilometer lange Rallye-Strecke.

Mit Helm und Schutzbrille: Perfekt und vor allem passend zur Maschine ausgestattet starteten viele Teilnehmer auf die 120 Kilometer lange Rallye-Strecke.

Letzter Check: Bevor es jedoch losging, wurden noch mal letzte Schrauben angezogen und das Rallye-Schild befestigt.

Nach einer kurzen Einweisung durch die Fahrleiter des Kiersper Rallye-Clubs ging es dann aber los. Auch für Michael Meyer auf seiner Torpedo M 175 aus dem Jahr 1952.

Ebenfalls auf der Strecke: Motorroller wie dieser "Veteran" aus dem Jahr 1956.

Natürlich erst nachdem die Besitzer und Liebhaber ausgiebig Zeit hatten, die Maschinen der anderen Teilnehmer zu begutachten und darüber zu fachsimpeln. Zum Beispiel über die älteste Maschine im Rennen: das D-Rad von 1928.

Rudi Mähler wirft vor dem Start noch einmal einen Blick auf den Motor seiner Tornax. Der stammt aus England, auch wenn die Maschine selbst in Wuppertal gebaut wurde.

Die gelben Engel: Und falls einer der Veteranen doch eine Panne haben sollte, war auch der ADAC mit auf der Strecke.

Für seine eigene Sicherheit trägt Gerhard Baumann auf seiner Nimbus Spezial von 1939 einen Sturzhelm. Als die Maschine gebaut wurde, kannte man so etwas gar nicht. Stattdessen trugen die Fahrer Kopfbedeckungen aus Leder gegen die Kälte.

Motorrad-Lust versus Anwohner-Frust?

WDR 5 Tagesgespräch | 10.08.2018 | 45:46 Min.

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Stand: 11.08.2018, 14:14