Mordfall Lübcke: Kein dringender Tatverdacht gegen Borgentreicher

Das Konterfei von Walter Lübcke (CDU) ist hinter einem Bundeswehrsoldaten am Sarg bei einem Trauergottesdienst in der Martinskirche zu sehen.

Mordfall Lübcke: Kein dringender Tatverdacht gegen Borgentreicher

  • Waffenhändler aus U-Haft entlassen
  • Zweifel am Ausmaß seiner Verstrickung
  • Kein dringender Tatverdacht der Beihilfe zum Mord

Im Mordfall des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke sieht der Bundesgerichtshof in Karlsruhe bei dem Borgentreicher Elmar J. keinen dringenden Tatverdacht der Beihilfe zum Mord mehr. In dem am Montag (27.01.2020) veröffentlichten Beschluss heißt es weiter, der Borgentreicher (Kreis Höxter) habe zwar die Waffe an den mutmaßlichen Täter verkauft. Das liege aber Jahre zurück und daraus ergebe sich nicht ein Vorsatz, bei einem Mord zu helfen.

Überraschend aus U-Haft entlassen

Mitte Januar (15.01.2020) war Elmar J. überraschend aus der U-Haft entlassen worden. Warum, wurde damals nicht bekannt. Der 64-Jährige war wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord in Untersuchungshaft. Dem Hauptverdächtigen Stephan E. soll er die Tatwaffe im Jahr 2016 für 1.100 Euro verkauft haben. Eine große Frage ist, inwieweit er damals schon wissen konnte, was E. damit vorhatte.

Wahrscheinlich rechtsextremer Hintergrund

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war Anfang Juni 2019 nachts auf seiner Terrasse aus nächster Nähe erschossen worden. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der CDU-Politiker Lübcke war für die Aufnahme von Flüchtlingen eingetreten.

Bundestag: "Gegen Hass und rechtsextreme Gewalt" – Kurzfassung phoenix vor ort 27.06.2019 05:54 Min. Verfügbar bis 27.06.2020 Phoenix

Stand: 27.01.2020, 18:10