Rietberger Raubmord: BGH hebt Urteil auf

Polizeiwagen und Weißer Lieferwagen vor Tatort

Rietberger Raubmord: BGH hebt Urteil auf

Der Bundesgerichtshof hat die Urteile gegen zwei Männer wegen eines brutalen Raubmordes in Rietberg-Westerwiehe am Donnerstag (28.12.2017) aufgehoben.

2015 sollen die mußmaßlichen Täter zwei Brüder auf deren Hof im Ortsteil Westerwiehe überfallen haben. Einer der beiden wurde erwürgt. Im Dezember 2016 hatte das Landgericht Bielefeld die Angeklagten wegen gemeinschaftlichen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Bundesgerichtshof ist laut Angaben eines der Strafverteidiger, Martin Rother, der Ansicht, dass die Richter das Urteil entweder nicht richtig begründet oder Fehler gemacht haben. Deshalb müsse der Prozess neu aufgerollt werden.

Dritter mutmaßlicher Täter?

Dann vielleicht auch mit dem dritten mutmaßlichen Täter, Piotr L., der in Polen in Haft sitzt. Nach Piotr. L war international gefahndet worden: Der 46-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft Bielefeld (14.09.2017) einer der Haupttäter gewesen sein, die das Rietberger Brüderpaar im November 2015 auf deren abgelegenem Bauernhof im Kreis Gütersloh brutal überfallen haben. Die Staatsanwaltschaft hat ein Rechtshilfeersuchen gestellt und hofft auf Auslieferung des Tatverdächtigen von Polen nach Deutschland.

Lebenslang für zwei Täter

Wegen des Westerwieher Raubmordes hatte das Landgericht Bielefeld bereits im Dezember vergangenen Jahres die beiden 46- und 49-jährigen Täter Robert D. und Arthur T. zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie hatten es bei der Tat auf rund 400.000 Euro Bargeld abgesehen, das die Senioren auf ihrem Anwesen versteckt hatten.

Bei dem Raubüberfall seien sie mit großer Brutalität vorgegangen. Ein 64 Jahre altes Opfer überlebte die Misshandlungen nicht, hatte sein Geldversteck aber nicht preisgegeben. Seine knapp 200.000 Euro wurden erst im August 2016 von einem speziell ausgebildeten Polizeihund aus Bayern gefunden.

Stand: 29.12.2017, 13:36