Keine Einigung im Fall des gepfändeten Mopses aus Ahlen

Keine Einigung im Fall des gepfändeten Mopses aus Ahlen

Von Katja Bothe

  • Hund als gesund auf Internetplattform angeboten
  • Schon mehrere Operationen nötig
  • 20.000 Euro Schadensersatz gefordert

Hat die Stadt Ahlen beim Verkauf der gepfändeten Mops-Dame Edda falsche Angaben gemacht und muss sie Schadensersatz leisten? Das muss das Landgericht Münster in den kommenden Prozesstagen klären. Der zunächst angesetzte Güte- und Vergleichstermin am Mittwoch (13.11.2019) ist geplatzt.

Mops Edda offenbar chronisch krank

Eine Frau wird von einer Kamera in einer Interviewsituation gefilmt.

Die Käuferin der Mops-Hündin, Michaela Jordan, lehnte einen Vergleich ab

Klägerin ist die Käuferin der Mops-Dame Edda, Michaela Jordan aus Wülfrath. Sie hatte den Hund, der vor einem Jahr bei Ebay für 690 Euro als gesund angeboten worden war, im guten Glauben an die Richtigkeit der Angaben gekauft. Kurz darauf wurden bei dem Tier aber verschiedene Leiden festgestellt, unter anderem chronische Augenkrankheiten.

Operationen haben schon 3.500 Euro gekostet

Mehrere Operationen waren erforderlich, um Eddas Augenlicht zu erhalten. Unter anderem eine Not-OP wenige Tage nach dem Kauf des Tieres. Rund 3.500 Euro hat Michaela Jordan inzwischen dafür ausgegeben. Die kleine schwarze Mopshündin ist zwei Jahre jung, wird im Laufe ihres geschätzt 15-jährigen Lebens noch oft zum Tierarzt müssen, so die Klägerin. Sie und ihr Anwalt verlangen deshalb rund 20.000 Euro Schadensersatz wegen arglistiger Täuschung.

Stadt Ahlen hatte die Hündin nicht untersuchen lassen

Der Mitarbeiter der Stadt Ahlen, der den Hund bei ebay-Kleinanzeigen als gesund angeboten hatte, räumte vor Gericht ein, mit der Hündin nicht beim Tierarzt gewesen zu sein. Er habe die Tierärztin lediglich gefragt, ob die Hündin dort in letzter Zeit behandelt worden war. Die Tierärztin hatte das verneint. Die Züchterin, von der der Mops ursprünglich stammte, hatte allerdings darauf hingewiesen, dass mit den Augen des Tieres etwas nicht stimme.

Streit um Mops vor Gericht in Münster Lokalzeit Münsterland 13.11.2019 02:17 Min. Verfügbar bis 13.11.2020 WDR Von Hartmut Vollmari

Zeugen werden geladen

Weil die Käuferin einem Vergleich nicht zustimmte, hat der Richter den neuen Verhandlungstermin auf den 4. Dezember angesetzt. Es sollen Zeugen befragt werden. Voraussichtlich soll ein Gutachten klären, ob die Hündin schon vor dem Kauf chronisch krank war. Rückabwickeln will Michaela Jordan den Kauf auf keinen Fall. Die kleine Hündin, die zuvor Edda hieß und von ihr in Wilma umbenannt wurde, sei ihr sehr ans Herz gewachsen. Sie möchte nicht allein die Kosten tragen und "erreichen, dass Hunde künftig nicht mehr über Internetportale verkauft werden."

Stand: 13.11.2019, 20:00