Familie hat Schulden: Stadt Ahlen verkauft Mops

Familie hat Schulden: Stadt Ahlen verkauft Mops

  • Mitarbeiter der Stadt Ahlen verkauft Mops per Kleinanzeige
  • Tier wurde bei einer Ahlener Familie gepfändet
  • Käuferin aus Wülfrath fühlt sich arglistig getäuscht

Die Ahlener Familie, deren Mops gepfändet wurde, hat drei Kinder, der Vater sitzt im Rollstuhl. Die Familie hat Schulden bei der Stadt Ahlen, unter anderem auch bei der Hundesteuer. Deshalb besuchte ein Mitarbeiter der Stadt die Familie und pfändete den Hund. Gegenüber dem WDR zeigte sich die Familie am Mittwoch (27.02.2019) enttäuscht und traurig.

Man habe der Stadt Ahlen mehrere Alternativen angeboten, um die Schulden zu begleichen; der städtische Mitarbeiter habe aber den Mops gepfändet, wegen seines hohen Wertes als reinrassiger Hund. Die Stadt Ahlen sieht sich im Recht; das Verhalten des städtischen Mitarbeiters sei zwar ungewöhnlich, aber von den geltenden Gesetzen gedeckt.

Hund erkrankt weiterverkauft

Ein schwarzer Mops liegt in einem Körbchen

Mops Edda war am Auge verletzt

Die neue Hundebesitzerin aus Wülfrath hatte den Mops Edda bereits im Dezember letzten Jahres über eine Ebay-Kleinanzeige gekauft, zum Preis von 750 Euro. Wegen einer Augenverletzung habe das Tier dann Weihnachten in eine Tierklinik gemusst, obwohl in den Verkaufsgesprächen von einem gesunden Tier die Rede gewesen sei.

Neue Käuferin will Stadt Ahlen verklagen

Jetzt hat die neue Besitzerin der Stadt Ahlen mit einer Klage gedroht. Sie will die Kosten für die Tierklinik, rund 1.800 Euro, sowie den Kaufpreis zurückfordern. Die Käuferin, selber Polizeibeamtin, sei wegen des niedrigen Preises für das Tier misstraurisch gewesen und habe zunächst an eine gefälschte Anzeige geglaubt, berichtet das Ahlener Tageblatt.

Auf eine Nachfrage bei der Stadtverwaltung Ahlen, deren Nummer im Inserat angegeben worden sei, habe der Mitarbeiter ihr aber versichert, dass das Angebot rechtens und seriös sei; die Familie, der der Hund gehöre, habe unter anderem ihre Hundesteuerbeiträge nicht gezahlt.

Auch die Züchterin, Ursula Dukowski, ist entsetzt. Von ihr hatte die Familie die Mopshündin als Welpe gekauft. Dass eine Behörde ein solches Haustier pfändet, ist für sie unbegreiflich.

Stand: 27.02.2019, 16:45