Mops-Pfändung in Ahlen hat Gericht erreicht

Ein schwarzer Mops liegt in einem Körbchen

Mops-Pfändung in Ahlen hat Gericht erreicht

  • Klägerin verlangt Kaufpreis zurück
  • Keine Strafanzeige wegen Betruges
  • Anwalt sieht Erfolgschancen

Beim Amtsgericht Ahlen ist am Dienstag (05.03.2019) die Klage der Käuferin des kranken Mops eingegangen. Die Frau hatte bei Ebay einen Hund gekauft, den die Stadt Ahlen zuvor gepfändet hatte. Der Mops war ihr als gesund angeboten worden, hat aber eine schwere Augenkrankheit und musste bereits operiert werden.

Weltweite Anteilnahme am Schicksal der Hündin

Die Geschichte der Mops-Hündin geht inzwischen um die Welt. Viele ausländische Zeitungen haben bereits berichtet. Die Stadt Ahlen hatte die Hündin einer verschuldeten Familie gepfändet und für 690 Euro über Ebay verkauft. Die Käuferin ist eine Polizeibeamtin aus Wülfrath. Das Geld ging in die Stadtkasse. Nach kurzer Zeit bemerkte die Käuferin die Krankheit des Hundes und ließ ihn operieren. Sie klagt jetzt auf Erstattung des Kaufpreises und der Tierarztkosten.

Verkauf soll nicht rückabgewickelt werden

Die Stadt bot inzwischen auf ihrer Homepage an, die Pfändung und den Verkauf rückabzuwickeln. "Das wollen weder meine Mandantin noch die Vorbesitzer", sagte der Anwalt der Klägerin, Wolfgang Kalla, am Dienstag. Seiner Mandantin gehe es darum, ihren Schaden ersetzt zu bekommen. "Es ist unvertretbar, wie die Stadt hier mit Menschen und Tieren umgegangen ist", sagte er. Er sei zuversichtlich, dass die Klage Erfolg haben könne.

Anders als die Käuferin zunächst angekündigt hatte, wolle man auf eine Strafanzeige wegen Betrugs vorerst verzichten. Sollten sich im Prozess am Amtsgericht allerdings konkrete Hinweise auf strafrechtlich relevantes Fehlverhalten seitens der Stadt ergeben, soll die Akte nach Abschluss des Verfahrens direkt weiter an die Strafermittler gesandt werden, kündigte der Anwalt an. Nach Angaben des Amtsgerichts ist frühestens in einigen Monaten mit einer Verhandlung zu rechnen.

Stand: 05.03.2019, 16:10