Molkerei in Holtum: Kurze Wege für die Milch

Ein Mann ist von den Milchflaschen umgegeben

Molkerei in Holtum: Kurze Wege für die Milch

Landwirt Christoph Kloke hat in Holtum bei Werl seine eigene kleine Molkerei aufgebaut: die Hellweg-Molkerei. Er findet die weiten Fahrten zu den Großmolkereien nicht mehr zeitgemäß. Das geht auch kürzer, sagte sich der 40-Jährige und setzte damit ein regionales Konzept in Gang.

Auf dem Betrieb von Christoph Kloke hat es die Milch nicht weit. Vom Kuhstall aus sind es nur ein paar Meter bis zur Molkerei. Die passt in einen Container und liegt gegenüber vom Stall. Seit einem Jahr vermarktet der Landwirt einen Teil seiner Milch selbst, mittlerweile mehrere Hundert Liter in Pfandflaschen täglich.

„Milch nicht quer durch die Republik fahren“

Kloke hatte nur noch wenig Sinn darin gesehen, „die Milch quer durch die Republik zu fahren, um sie zu verarbeiten.“ Der fünffache Familienvater wollte so klimaneutral wie möglich produzieren und die Wege verkürzen.

Diese kurzen Wege ziehen sich wie ein roter Faden durch den Molkerei-Betrieb. Bereits das Futter für die Kühe stammt größtenteils von den Feldern rund um den Hof. Beliefert werden lediglich Supermärkte in einem Umkreis von gut 30 Kilometern.

Lieferservice im Dorf am Morgen

Außerdem gehören viele Holtumer Dorfbewohner zu den Stammkunden der Hellweg-Molkerei. Etwa 60 von ihnen bringt Christoph Kloke die frische Milch morgens bis vor die Haustür. Andere kaufen im „Milchhäuschen“, einem Selbstbedienungsladen direkt auf dem Hof, ein.

Ein Mann steht neben einer Kuh inmitten des Stalls

Christoph Kloke in seinem Kuhstall

Zu den Kundinnen gehört auch Annika Schwerdt. Von dem nachhaltigen Konzept ist die junge Mutter begeistert: „Das ist hier regional. Und die Milch schmeckt besser“. Dafür zahle sie gerne etwas mehr.

Sagt auch Alicia Zeppenfeld vom Café Luise im benachbarten Werl. Die Cafébesitzerin legt Wert darauf, dass die Milch  aus der Nachbarschaft stammt. Sie macht daraus Eis. „Das wird besonders cremig und lecker“, erklärt sie, während sie die Milch mit einem Fettgehalt von knapp vier Prozent und anderen Zutaten zur nächsten Eisvariante zusammenrührt.

Das Eis aus dem Café Luise wird auch im „Milchhäuschen“ in Holtum verkauft, neben Eiern, Kartoffeln und Honig aus der Nachbarschaft. Auch das ist Teil des regionalen Konzepts von Christoph Kloke.

Molkerei soll langsam wachsen

Der Landwirt denkt inzwischen über weitere Produkte aus seiner Milch nach. Seinen Betrieb mit den gut 200 Kühen hat er bisher allerdings nicht komplett auf die eigene Molkerei ausgerichtet. Noch nicht. „Sowas muss langsam wachsen“, sagt Christoph Kloke. „Aber wir sind auf einem guten Weg.“

Stand: 28.02.2021, 17:28