Marsberger Miteinander schafft Bürgerwiese

Mitmach-Baustelle in Marsberg

Marsberger Miteinander schafft Bürgerwiese

Von Ulf Priester

100 Ehrenamtler packen in Marsberg mit an, um eine Bürgerwiese zu bauen. Am Wochenende (22.04.2017) war der zweite Einsatz auf der Mitmach-Baustelle.

Sandra Pohlmeyer kniet im Sand. Sie bereitet den Weg fürs Pflastern vor. In Marsberg soll eine Bürgerwiese entstehen - mit Spielplatz, Feuerstelle und Bänken. Und das scheint zu klappen.

"Generationsübergreifender Treffpunkt"

Mitmach-Baustelle in Marsberg

Das alte Freibadgelände ist momentan eine Bürgerbaustelle

Pohlmeyer hat mit dem Verein Bürgerhilfe Marsberg das Vorhaben auf den Weg gebracht. "Nach der Schließung von Freibad, Kino und Spielplätzen wollen wir wieder einen generationsübergreifenden Treffpunkt schaffen", erzählt sie. Geplant sind ein naturnaher Spielplatz mit Kletterparcours und Wassermatsch-Bereich, eine Feuerstelle mit Picknickbänken, eine Aussichtsplattform für Rollstuhlfahrer und Outdoor-Fitnessgeräte.

Das Miteinander schweißt zusammen

Dafür packen viele mit an - auch die Kleinsten. Zum Beispiel Leif Lorson, elf Jahre und seine achtjährige Schwester Linnea. Sie liegen auf der Wiese und bereiten Erdlöcher für das geplante Baumhaus vor. Renate Becker, 65 Jahre, schält die Rinde von einem dicken Baumstamm.

Mitmach-Baustelle in Marsberg

Gemeinsam für ein Ziel

Nebendran stellt eine Gruppe von Männern den ersten Stamm auf. Unter ihnen auch einige Asylbewerber aus dem Ort. So wie Weldegebriel Teklebrhan aus dem Sudan oder Irdioni Vanieri aus Georgien. "Es ist ein schönes Gefühl hier zu helfen, etwas gemeinsam zu machen", sagt der 31-Jährige. 

Eingebunden und deshalb motiviert

Angeleitet werden die Freiwilligen von Stefan Wrobel, einem professionellen Bauleiter vom Verein Ideenwerkstatt Lebens(t)raum aus Detmold. "Die Leute sind so motiviert, weil sie ja auch bei der Gestaltung schon dabei waren", sagt der Landschaftsarchitekt. "Wir bauen hier ja das, was sie entworfen haben."

Das war vor zwei Jahren. Nach einer sechsmonatigen Ideensuche gab es einen Planungsworkshop. Und im Februar 2016 wurde der Plan öffentlich vorgestellt.

EU und Land geben Geld

Damit bewarb sich die Bürgerhilfe Marsberg um Fördergeld bei der Bezirksregierung. Erfolgreich - die Bürgerwiese wurde zum LEADER-Projekt. 50 Prozent der Kosten sind durch EU-Geld gedeckt, 15 Prozent kommen vom Land. Der Rest sind Spenden und Eigenleistungen. Das Gelände - ein ehemaliges Freibad - und Material hat die Stadt Marsberg zur Verfügung gestellt.

Erste Fortschritte sind zu sehen

Bis Anfang 2018 soll die Bürgerwiese fertig sein. Bis dahin werden noch einige Mitmach-Einsätze nötig sein. Aber Initiatorin Sandra Pohlmeyer ist zuversichtlich, dass das klappt. Mittlerweile ist bereits der Weg zur Rollstuhlrampe gepflastert, die Holz-Tipis sind aufgestellt, und der Wassermatsch-Bereich ist auch schon fast fertig.

Stand: 24.04.2017, 10:38