Bocholter Missbrauchsfall schockt Gemeinde

Ein Priester hält einen Rosenkranz und eine bischöfliche Erklärung zu den Missbrauchsfällen durch Jesuiten-Pater in der Hand.

Bocholter Missbrauchsfall schockt Gemeinde

  • Bistum verspricht Gemeindemitgliedern Aufklärung
  • Wegen Kindesmissbrauchs vorbestraft
  • Priester durfte weiter mit Kindern arbeiten

Eine externe Expertenkommission soll die Hintergründe der Missbrauchsvorwürfe gegen einen verstorbenen Priester aus Bocholt-Barlo aufklären. Das hat am Dienstagabend (02.07.2019) ein Bistumssprecher bei einer Versammlung vor rund 200 Gemeindemitgliedern angekündigt.

Viele Ungereimtheiten

Zwei Männer in Anzügen an sitzen an einem Tisch in einem Saal

Pfarrer Rafael van Straelen (rechts) und der Interventionsbeauftragte des Bistums, Peter Frings, bei der Versammlung

Bis heute sei unklar, warum der Priester mehr als 30 Jahre lang unter anderem in der Jugendarbeit tätig war, obwohl er schon zuvor wegen Kindesmissbrauchs vorbestraft war. Über das damalige Verfahren müsse das Bistum aus juristischen Gründen aber schweigen, so der Sprecher.

Geschockte Gemeindemitglieder

Viele Gemeindemitglieder, die am Dienstagabend auf der Versammlung waren, reagierten geschockt über den Fall: "Der war wirklich sehr beliebt, der hat ja auch viel für das ganze Dorf getan", sagt eine Frau. Ein Mann erzählt, dass er seit 1982 Messdiener war und damals in jedem Ferienlager dabei war: "Uns trifft das natürlich wie der Schlag. Das ist einfach unbegreiflich."

Auch ein anderer Mann kann nicht glauben, was dem damaligen Priester vorgeworfen wird. "Der hat ja immer mit den Kindern alles gemacht, der hat ja immer alles getan für die Kinder eigentlich..." Eine Frau dagegen scheint richtig wütend zu sein. "Da bleiben viele Fragen offen, da wird weiterhin vertuscht."

Bistum fordert härtere Strafen bei Missbrauch Lokalzeit Münsterland 20.12.2018 02:32 Min. Verfügbar bis 20.12.2019 WDR Von Hartmut Vollmari

Stand: 03.07.2019, 08:28