Fund neuer Datenträger in Lügde: Reul verteidigt Polizei

Lügde

Fund neuer Datenträger in Lügde: Reul verteidigt Polizei

  • Neue Datenträger bei Abrissarbeiten in Lügde aufgetaucht
  • Innenminister: Spurensicherung hat ordentlich gearbeitet
  • Datenträger müssen noch ausgewertet werden

Bei Abrissarbeiten am mutmaßlichen Tatort des mutmaßlich massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde sind weitere Datenträger gefunden worden. Bereits am Donnerstag (09.04.2019) legten Arbeiter einen Zwischenraum in dem doppelten, fest verbauten Holzboden des Wohnwagens des Hauptbeschuldigten frei.

Dort kamen nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung vom Freitag (12.04.2019) insgesamt fünf Datenträger zum Vorschein: drei CDs und zwei Disketten, eine davon erst am Freitag. Die Polizei spricht allerdings in einer Pressemitteilung vom Freitag nur von vier Datenträgern.

Reul: Spurensicherung hat ordentlich gearbeitet

Ob sich darauf kinderpornografisches Material befindet, ist noch unklar, so Innenminister Herbert Reul (CDU) im WDR-Fernsehen. Er betonte auch, dass man sie nicht bei den ersten Durchsuchungen hätte finden können: "Wenn sie in Hohlräumen versteckt wurden oder dort hineingerutscht sind, kann man sie erst bei Abrissarbeiten finden."

Die Spurensicherung der Bielefelder Polizei hätte eine ordentliche Arbeit gemacht. Die Entscheidung für den Abriss sei keine Sache der Polizei gewesen, so Reul weiter, sondern allein die des Campingplatz-Besitzers.

Neues Material soll ausgewertet werden

Der mutmaßliche Ort des Kindesmissbrauchs soll zur Grünfläche werden. Das Unternehmen, das die Parzelle abräumte, habe die Datenträger den Fund an die Polizei übergeben, hieß es.

Das Datenmaterial werde nun ausgewertet und als Beweismittel gegebenenfalls zum Gegenstand der gerichtlichen Beweisaufnahme, teilte die Polizei weiter mit.

Jahrelanger Kindesmissbrauch vermutet

Auf dem Campingplatz in Lügde soll ein 56 Jahre alter Dauercamper mit einem Komplizen (33) über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die beiden Verdächtigen sowie ein 48-Jähriger aus dem niedersächsischen Stade sitzen in Untersuchungshaft.

In dem Wohnwagen hatten die Ermittler Festplatten und andere Datenträger mit rund 3,3 Millionen Bildern und fast 86.300 Videos sichergestellt. 155 CDs und DVDs waren aus der Obhut der Polizei verschwunden, woraufhin die Staatsanwaltschaft Detmold ein Strafverfahren gegen Unbekannt eingeleitet hatte.

Stand: 12.04.2019, 20:09

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