Erzbistum Paderborn ernennt Missbrauchsbeauftragte

Luftaufnahme vom Paderborner Dom

Erzbistum Paderborn ernennt Missbrauchsbeauftragte

  • Zwei externe Juristen sind ab 2019 Ansprechpartner
  • Sie sollen Hinweisen auf sexuellen Missbrauch im Erzbistum nachgehen
  • Staatanwaltschaft prüft zurzeit Personalakten von Priestern

Es komme jetzt darauf an, eindeutig auf der Seite der Opfer zu stehen, sagt Erzbischof Hans-Josef Becker. Es sei traurig, dass früher viel vertuscht worden sei, um den Ruf der Kirche zu schützen, so Becker. Nach der im September 2018 vorgestellten Studie zum Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch habe das Erzbistum deshalb bewusst zwei externe Missbrauchsbeauftragte gewählt.

Ab Januar 2019 sind eine Rechtsanwältin aus Paderborn und ein Jurist aus Dortmund die Ansprechpartner, wenn es um den sexuellen Missbrauch durch Priester oder andere Mitarbeiter der Kirche geht. Sie sollen dabei helfen, dass die Taten als Verbrechen anerkannt und die Leiden der Opfer gelindert werden.

Fast 200 Verdachtsfälle auf Missbrauch

Die Studie der Deutschen Bischofskonferenz hatte im Erzbistum Paderborn fast 200 Verdachtsfälle auf Missbrauch bis zum Jahr 2014 erfasst. Die Staatsanwaltschaft hat nun die Personalakten von mehr als 10 Priestern aus dem Erzbistum erhalten. Sie will prüfen, ob die Papiere strafrechtlich relevante Missbrauchsfälle enthalten. Die meisten Beschuldigten sind allerdings schon verstorben. Einige Taten sind inzwischen auch verjährt.

Stand: 18.12.2018, 17:36