Münsters Bischof spricht mit Gemeinde über Missbrauch

Bischof Genn stellt sich im Krisengespräch zu sexuellem Missbrauch Lokalzeit Münsterland 29.11.2019 01:47 Min. Verfügbar bis 29.11.2020 WDR Von Heike Zafar

Münsters Bischof spricht mit Gemeinde über Missbrauch

  • Krisengespräch in Pfarrgemeinde Wadersloh
  • Pfarrer nach Missbrauchsvorwurf weiter tätig
  • Öffentlicher Termin am 3. Dezember

Münsters Bischof Felix Genn hat sich am Donnerstagabend (28.11.2019) erstmals zu einem Krisengespräch mit Vertretern der Pfarrgemeinde Wadersloh getroffen. Hinter verschlossenen Türen ging es dabei um einen Priester, der in der Gemeinde tätig war, obwohl es gegen ihn Missbrauchsvorwürfe gab.

Gemeindemitglieder mussten draußen bleiben

Draußen vor der Tür hatten einige Gemeindemitglieder im strömenden Regen auf den Bischof gewartet, um ihm ihre Enttäuschung über den Missbrauchsskandal zu zeigen. Aber als einfache Gemeindemitglieder waren sie zu dem Gespräch nicht zugelassen.

Entsprechend verärgert waren die Leute. Sie wollten mit dem Bischof reden, der Entschuldigungsbrief, den der Bischof in der vergangenen Woche geschrieben hatte, der reiche ihnen nicht.

Öffentlicher Termin festgelegt

Bischof Genn mit Vertretern der Pfarrei Wadersloh

Der Bischof und der Interventionsbeauftragte des Bistums sprachen mit dem Wadersloher Pfarrer Klüsener und der Vorsitzenden des Pfarreirates Tanja Schalkamp

Dann kam Bischof Genn doch noch kurz vor die Tür und versprach, dass er sich demnächst vor der gesamten Gemeinde seiner Verantwortung stellen werde. Am Freitag (29.11.2019) teilte das Bistum mit, dass Genn sich am 3. Dezember in der Wadersloher Pfarrkirche St. Margareta dem Austausch mit den Gläubigen stellen werde.

Die Mitteilung zu dem Gespräch am Donnerstagabend schildert auch noch einmal die Kritik aus der Gemeinde am Bischof. Sie entzündet sich vor allem daran, dass in Wadersloh niemand über den Missbrauchsfall informiert wurde. Dafür habe Genn noch einmal ausdrücklich um Entschuldigung gebeten und Konsequenzen daraus für künftige Fälle angekündigt.

Neuer Vorwurf des "geistlichen Missbrauchs"

Klargestellt wurde auch, dass es sich um einen erwiesenen Missbrauchsfall aus den 80er Jahren in Kevelaer geht und nicht um einen Missbrauchsverdacht. Nach Bekanntwerden hatte sich ein zweites Opfer gemeldet.

Am Mittwoch habe sich ein drittes Opfer gemeldet, bei dem es allerdings nicht um sexuellen Missbrauch gehe, "sondern um eine besonders verwerfliche Form des geistlichen Missbrauchs". Mehr dürfe "in Absprache mit der Betroffenen" nicht gesagt werden.

Gemeindeversammlung Wadersloh nach Missbrauch Lokalzeit Münsterland 08.11.2019 03:14 Min. Verfügbar bis 08.11.2020 WDR Von Heike Zafar

Stand: 29.11.2019, 12:42