Missbrauch in Lügde: Jugendamts-Mitarbeiter freigestellt

Parzelle des Dauercampers auf Campingplatz in Lügde

Missbrauch in Lügde: Jugendamts-Mitarbeiter freigestellt

  • Missbrauch von Kindern auf Campingplatz in Lügde
  • Erste personelle Konsequenz
  • Mitarbeiter des Jugendamtes freigestellt

Die vielfachen Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde haben den Landkreis Hameln-Pyrmont zu ersten personellen Konsequenzen veranlasst. Landrat Tjark Bartels hat am Freitag (15.02.2019) einen Mitarbeiter des dortigen Jugendamtes vorsorglich freigestellt. Er soll nachträglich einen Vermerk in die Akten des Amtes einsortiert haben. Das könne, so der Landrat, als Manipulation gewertet werden.

Daten manipuliert?

Der Kreis der Verdächtigen hat sich inzwischen auf sechs erweitert. Drei Hauptverdächtige - ein 56-Jähriger aus Lügde, ein 33-Jähriger aus Steinheim und ein 48-Jähriger aus Stade in Niedersachsen - sitzen in U-Haft. Gegen einen der drei weiteren Beschuldigten läuft ein Verfahren wegen Verdachts der Strafvereitelung. Geprüft werde, ob diese Person für einen der drei Hauptverdächtigen Computer-Daten gelöscht hat, sagte der Detmolder Oberstaatsanwalt Ralf Vetter am Freitag.

Bei den zwei übrigen Verdächtigen gibt es laut Vetter "Hinweise auf mögliche Unterstützungsleistungen". Hierbei bestehe "allenfalls noch ein geringer Tatverdacht wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern".

Spekulationen, wonach der 56-jährige Pflegevater mit den von ihm hergestellten Kinderpornos Geld verdient hat, bestätigte Vetter nicht: "Wir haben bislang keinerlei Anhaltspunkte dafür."

Bisher sind 31 minderjährige Opfer identifiziert, auch Kleinkinder. Der Fall war Ende 2018 aufgeflogen. Die Ermittler werten nach eigenen Angaben etwa 13.000 kinderpornografische Dateien aus.

Stand: 15.02.2019, 17:57

Weitere Themen