Missbrauch in Lügde: Inzwischen sechs Verdächtige

Neues zu den Ermittlungen in den Missbrauchsfällen in Lügde Aktuelle Stunde 14.02.2019 02:36 Min. UT Verfügbar bis 14.02.2020 WDR Von Mathea Schülke

Missbrauch in Lügde: Inzwischen sechs Verdächtige

  • Kreis der Verdächtigen auf sechs erweitert
  • Haupttäter sollen Helfer gehabt haben
  • Helfer soll u. a. Daten manipuliert haben

Nach dem massenhaften sexuellen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde hat sich der Kreis der Verdächtigen auf sechs erweitert. Drei Männer sitzen bereits als Hauptverdächtige in Untersuchungshaft.

Ein Verdächtiger soll Daten manipuliert haben

Gegen einen weiteren Beschuldigten sei ein Verfahren wegen Verdachts der Strafvereitelung eingeleitet worden, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag (14.02.2019) im Innenausschuss des Landtags. Nach dpa-Informationen steht die Person in dringendem Tatverdacht, Daten manipuliert zu haben. Sie sitzt nicht in U-Haft.

Zwei weitere Helfer

Darüber hinaus liege derzeit gegen zwei weitere Personen ein Tatverdacht vor, sagte Reul. In diesen beiden Fällen geht es nach dpa-Informationen um Beihilfe, nicht um Mittäterschaft.

Bislang 31 Opfer identifiziert

Wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und der Verbreitung von Kinderpornografie sitzen als Hauptverdächtige ein 56-Jähriger aus Lügde, ein 33-Jähriger aus Steinheim und ein 48-Jähriger aus Stade in Niedersachsen in Untersuchungshaft. In dem Zusammenhang stellte Staatsanwalt Ralf Vetter klar, es gebe keine Anhaltspunkte, dass jemals Geld verlangt worden oder geflossen sei. Bislang sind 31 minderjährige Opfer identifiziert.

Ermittlungen außerdem gegen Behörden

In einem weiteren Ermittlungsstrang wird das Verhalten der Behörden untersucht. Dabei werde gegen zwei Polizeibedienstete ermittelt, sagte Reul. Außerdem wird gegen verantwortliche Mitarbeiter der Jugendämter der Kreise Hameln-Pyrmont und Lippe wegen Verletzung der Fürsorgepflicht ermittelt, wie aus einem vertraulichen Bericht Reuls für den Innenausschuss hervorgeht, der dem WDR vorliegt. Um wie viele Personen es sich handelt, ist unklar.

Stand: 15.02.2019, 14:58

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