Missbrauch: Bistum Münster überprüft beschuldigte Priester

Sexueller Missbrauch, Kirche

Missbrauch: Bistum Münster überprüft beschuldigte Priester

Von Heike Zafar

  • Geistliche hielten sich nicht an Auflagen
  • Einhaltung von Verboten wird kontrolliert
  • Noch 57 beschuldigte Priester im Bistum

Nach den Missbrauchsskandalen überprüft das Bistum Münster jetzt dienstliche Konsequenzen für insgesamt 18 Priester, gegen die es Vorwürfe gibt. Bischof Felix Genn will damit unter anderem verhindern, dass sie weiter in Kirchen predigen oder andere Dienste tun.

Dekrete missachtet

Nachaufnahme Bischof Genn

Bischof Genn hat Auflagen verschärft

Bei den in den vergangenen Monaten bekannt gewordenen Missbrauchsfällen aus früheren Jahren hatte sich herausgestellt, dass einzelne Priester erlassene Dekrete wie zum Beispiel Predigt- und Gottesdienstverbote nicht eingehalten hatten. Dafür hatte sich Bischof Genn öffentlich entschuldigt und angekündigt, noch mal die Akten aller beschuldigter Priester im Bistum vorzunehmen und die Einhaltung der Auflagen zu kontrollieren.

Verschärfte Auflagen

Nach Angaben des Missbrauchsbeauftragten des Bistums wurden bislang bestehende Auflagen gegen vier beschuldigte Priester verschärft. Weitere könnten folgen. Im Bistum Münster leben nach Bistumsangaben insgesamt noch 57 beschuldigte Priester. Viele von ihnen seien aber so alt, dass sie ohnehin nicht mehr Messen abhalten könnten, so der Interventionsbeauftragte Peter Frings.

Im Bistum Münster wurden in den vergangenen Monaten sieben Fälle bekannt, bei denen in früheren Jahren wegen Missbrauchs beschuldigte oder sogar verurteilte Priester in Gemeinden des Bistums eingesetzt waren.

Bekannt gewordene Fälle:

Orte und Fälle:

  • Rhede: Pfarrer (verstorben) wegen Missbrauchs verurteilt, von Rhede versetzt nach Marl und andere Orte  
  • Bocholt-Barlo: Pfarrer (verstorben) wegen Kindesmissbrauchs verurteilt
  • Wadersloh/Bad Waldliesborn: Pfarrer in Ruhestand versetzt nach Missbrauchsvorwurf einer Frau aus Kevelaer, trotzdem weiter aktiv gewesen
  • Westerkappeln: Pfarrer zwei Mal strafrechtlich wegen Kindesmissbrauchs verurteilt, versetzt u.a. nach Moers, Recklinghausen und Wattenscheid 
  • Warendorf: Pfarrer (verstorben) versetzt nach Wesel, beschuldigt wegen Nacktaufnahmen
  • Münster: Pfarrer als Aushilfe, zuvor Missbrauchsvorwürfe, war u.a in Rheine-Mesum und Haltern
  • Oelde-Stromberg und Heiden: Pfarrer (verstorben) wurde beschuldigt, in Neuscharell zwei Kinder missbraucht zu haben

Umgang mit Missbrauch im Bistum Münster Lokalzeit Münsterland 21.11.2019 03:51 Min. Verfügbar bis 21.11.2020 WDR Von Heike Zafar, Detlef Proges

Missbrauch: handelt die Kirche angemessen?

WDR 5 Tagesgespräch 28.01.2020 44:43 Min. Verfügbar bis 27.01.2021 WDR 5

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Stand: 29.01.2020, 10:27