Münsters Bischof will sich Verwaltungsgerichten unterordnen

Bischof Felix Genn

Münsters Bischof will sich Verwaltungsgerichten unterordnen

  • Bischof Genn veröffentlicht Schreiben an Mitarbeiter
  • Will sich Verwaltungsgerichten unterordnen
  • Macht der Bischöfe würde beschnitten

Der Bischof des Bistums Münster, Felix Genn, ist bereit, sich kirchlichen Verwaltungsgerichten unterzuordnen. In einem am Dienstag (16.07.2019) veröffentlichten Schreiben an ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitglieder von Pfarreiräten und Kirchenvorständen erklärte er, dass er bereit sei Macht abzugeben.

"Systemische Bedingungen verändern"

Genn betont in dem Brief, dass es systemische Bedingungen gebe, die sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche begünstigten. "Die zwingende Konsequenz kann daher nur lauten, dass wir diese systemischen Bedingungen soweit als möglich verändern", schreibt Gent. Der Vorschlag für kirchliche Verwaltungsgerichte stammt aus der Deutschen Bischofskonferenz vom März 2019.

Bischöfe versprechen Dialog

WDR 5 Diesseits von Eden 17.03.2019 03:16 Min. Verfügbar bis 24.03.2020 WDR 5 Von Florian Breitmeier

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Exekutive und Judikative trennen

"Bislang liegt beim Bischof sowohl die Exekutive und die Judikative", sagte Bischofssprecher Stephan Kronenburg. Der Bischof könne zum Beispiel Personal entlassen oder versetzen, ohne dass diese Entscheidung innerkirchlich überprüfbar wäre. Mit einer neu aufzubauenden Verwaltungsgerichtsbarkeit könnten Entscheidungen der Bistumsleitung dann angefochten werden.

"Neben Personalfragen könnte das Verwaltungsgericht auch kleinere, alltäglichere Streitfragen bis hin zu Reisekostenabrechnungen verbindlich klären", so Kronenburg gegenüber dem WDR.

"Weniger verklemmt"

Bischof Genn geht in dem Brief auch auf die umstrittene Sexualmoral der Kirche ein. Zur Frohen Botschaft, die die Kirche verkünde, gehöre sicher auch, "dass wir im Blick auf Fragen der menschlichen Sexualität weniger verklemmt und moralisierend daher kommen, sondern deutlich machen, welch wunderbares Geschenk Sexualität ist."

Stand: 17.07.2019, 20:00