Nach Aktion gegen Journalisten in Minden: Staatsschutz ermittelt

Medienschelte: Aus Protest gegen Coronaberichte Puppe aufgehängt.

Nach Aktion gegen Journalisten in Minden: Staatsschutz ermittelt

Am Samstag fanden Passanten in Minden eine Schaufensterpuppe, die offenbar Medienvertreter symbolisieren sollte - aufgehängt an einer Brücke.

Jetzt ermittelt der Staatsschutz. Die Puppe hing an der Glacis-Brücke. Am Hals war ein Schild mit der Aufschrift "Covid-Presse" befestigt, über den Augen eine Maske mit der Aufschrift "blind".

Spaziergänger fanden die Puppe und erstatteten Anzeige. "Offensichlich solle damit die Hinrichtung von Medienschaffenden assoziert werden", meint die Gruppe "Minden gegen Rechts" im Internet.

Von einer ähnlichen Motivation geht auch die Polizei aus. Eine Sprecherin sagte gegenüber dem WDR: "Natürlich wissen wir im Moment noch nicht, wie die Motivation der Personen genau ist, da wir die Täter noch nicht haben. Aber aufgrund dieser Plakatierung, des Zustandes geht man von einer politisch motivierten Tat aus und damit ist sofort der Staatsschutz Bielefeld im Boot."

Zusammenhang mit "Querdenker 571"-Demo unklar

Ob ein Zusammenhang mit einer Demo der Initiative "Querdenker 571" in Minden gegen Corona-Maßnahmen und der Puppe besteht, ist unklar. Bereits in der Vergangenheit waren in der Umgebung Sticker und Flyer mit verschwörungsideologischem Inhalt aufgetaucht.

Die Bundesregierung hat den Vorfall vom Wochenende inzwischen als "widerwärtig" bezeichnet. Er zeige ein Denken, dem man sich gemeinsam entgegenstellen müsse, sagte ein Sprecher.

Stand: 27.10.2020, 06:22