Milch-Rückruf: Ursache im Münsterland gefunden

Rückruf in Discountern: Bakterien in fettarmer Frischmilch Lokalzeit Münsterland 11.10.2019 02:39 Min. Verfügbar bis 11.10.2020 WDR Von Max Meis

Milch-Rückruf: Ursache im Münsterland gefunden

  • Quelle der verunreinigten Milch gefunden
  • Keim wurde in Molkerei in Everswinkel entdeckt
  • Ware wegen Gesundheitsgefährdung vorsorglich aus Handel genommen

Die Genossenschaft "Deutsche Milchkontor" (DMK) ruft eine Charge fettarmer Milch zurück, die in einer Molkerei im münsterländischen Everswinkel produziert wurde. Sie sei möglicherweise mit einem durchfallerregenden Bakterium belastet.

Ursache für die Verunreinigung sei eine defekte Dichtung an der Produktionsanlage gewesen, meldete das Unternehmen. Die Produktion sei "unmittelbar nach Bekanntwerden unverzüglich gestoppt" und die defekte Dichtung ausgetauscht worden. Mittlerweile laufe die Produktion wieder.

Produkte auch als Eigenmarken verkauft

Die betroffenen Ein-Liter-Packungen wurden beispielsweise als Eigenmarken von Aldi, Lidl, Edeka und Rewe verkauft und tragen das Kennzeichen "DE NW 508". Das Haltbarkeitsdatum liegt zwischen dem 10. und dem 20. Oktober.

Auf ihrer Homepage hat DMK eine Liste der betroffenen Lebensmittelunternehmen und der Haltbarkeitsdaten der verunreinigten Milch-Chargen veröffentlicht:

Wo genau wurde die Milch verkauft?

In welchen Verkaufsfilialen genau die betroffenen Milchpackungen im Regal liegen oder lagen, sei dem Unternehmen nicht bekannt. Verbrauchern sei geraten, direkt beim Einzelhändler nachzufragen, so das DMK in einer schriftlichen Erklärung.

Was kann passieren, wenn man die Milch trinkt?

Der Erreger Aeromonas hydrophila/caviae ist ein Darmbakterium, das offenbar eher selten vorkommt und bisher nicht vollständig erforscht sei, erklärt das Robert Koch Institut in Berlin.

Erfahrungen zeigen jedoch, dass Stunden bis Tage nach dem Genuss der Milch schwerer, auch blutiger Durchfall auftreten kann. Infizieren kann man sich nicht nur durch das Trinken der verseuchten Milch, sondern auch über den Kontakt mit offenen Wunden.

Welche Menge verseuchter Milch ausreicht, um diese Symptome auszulösen, hängt von Faktoren wie dem Alter oder der körperlichen Konstitution des Betroffenen ab. Meist trete das Bakterium in Folge von hygienischen Mängeln in der Lebensmittelherstellung auf.

Können auch andere Produkte aus dieser Molkerei betroffen sein?

Es könne "mit absoluter Sicherheit" ausgeschlossen werden, dass auch andere Produkte betroffen sind, erklärte das Unternehmen. Die DMK Group verarbeitet nach eigenen Angaben mit rund 7.700 Mitarbeitern Milch an mehr als 20 Standorten, unter anderem in Deutschland und den Niederlanden.

Wie wurden die Keime entdeckt?

Die defekte Dichtung ist bei einer technischen Routinekontrolle entdeckt worden. Vorsorglich genommene Proben der Milch hätten dann "in einer dieser Proben" eine Belastung mit dem Wasserkeim Aeromonas hydrophila/caviae ergeben, meldete das Unternehmen DMK. Das Laborergebnis habe am 10.10.2019 vorgelegen.

Die belieferten Handelsunternehmen hätten umgehend Weisung bekommen, die Ware vorsorglich aus dem Verkauf zu nehmen und einen öffentlichen Rückruf zu starten.

Stand: 11.10.2019, 20:00

Kommentare zum Thema

16 Kommentare

  • 16 Una 12.10.2019, 21:58 Uhr

    Ich muss dazu sagen das die Kuhhaltung auch unter aller Katastrophe ist ,die Kühe schlecht behandelt,bis Sie nicht mehr stehen können.Dauermelken.

  • 15 Una 12.10.2019, 21:55 Uhr

    Meine Freundin hat Bauchweh schon seit Tagen und hat diese Milch getrunken...was passiert denn noch auch Krankenhausressiente keime?

  • 14 Anonym 12.10.2019, 18:06 Uhr

    Warum machen Leute sowas überhaupt man kann ja wenigstens noch Bärenmarke kaufen

  • 13 Kerstin 12.10.2019, 15:31 Uhr

    Meine gesamte Familie ist diese Woche an schlimmsten Erbrechen und Durchfall erkrankt.(4Erwachsene).Erst tippten wir auf einen normalen Virus.Aber dann kam die Warnung mit der Milch, von der wir alle getrunken haben.Herzlichen Dank!

  • 12 Sunny 12.10.2019, 10:50 Uhr

    Ich habe gut & günstig DE NW 508 EG 14.10. 1 Tasse am 30.9. getrunken, hatte sofort schlimmsten Durchfall, der nach verbranntem Gummi stank. Restliche Milch trank ich an den nächsten Tagen im Kaffee. Mir war die ganze Woche schlecht, dachte an Magendarm und nahm in der Woche 2 Kohletabletten ein. Interessant wäre eine Entschädigung die durch den Vertreiber zu erfolgen hat. Werde Edeka anschreiben

  • 11 guckst Du 12.10.2019, 09:28 Uhr

    [...]mangelhafte Babynahrung mit drei toten Kindern ist ein ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens Remedia schuldig gesprochen worden. Die deutsche Humana (Everswinkel) hatte die Sojamilch für Remedia hergestellt. Ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen mehrere Mitarbeiter von Humana wurde 2008 gegen Zahlung von Geldbußen eingestellt.

  • 10 Hakim 11.10.2019, 22:28 Uhr

    Es ist schon erschreckend. Man wird das Gefühl nicht los, dass vieles aus „Profitgier“ einfach „übersehen“ wird. Erst WILKE Wurst, Pommersche Leberwurst mit Metallstücken, Toast vom Aldi mit Kunststoffteilen und jetzt Milch...was kommt als nächstes?

  • 9 Milko 11.10.2019, 21:01 Uhr

    Meine Frau und ich haben jetzt in einer Woche 7 Liter davon getrunken. Und seit einer Woche habe ich, haben wir, täglich immer wieder Durchfall, den ich mir nicht erklären konnte. Ob das nun an der Milch liegt? Wer kann mir darauf eine Antwort geben? Werde wohl am Montag, wenn es nicht besser wird, vorsichtshalber meinen Doc kontaktieren. Die 3 Liter, welche noch im Kühlschrank liegen bringe ich morgen zum ALDI. Für mich grenzen solche Skandale an Gleichgültigkeit ersten Grades durch die Produktion Verantwortlichen :-(

  • 8 Matthias 11.10.2019, 19:41 Uhr

    Wie kommt an eine Dichtung ein Darmbakterium? Die gleiche Kennzeichnung die zurückgerufen wird steht auf meiner Packung mit DMK Zeven... UND nicht Everswinkel. Wo kommt die Milch nun her und warum haben 2 Abfüllbezriebe die gleiche Kennzeichnung. Was ist mit Chargenrückverfolgung? Was ist wenn ich erkranke? Wer ist dann regresspflichtig? Mir sind 65 Cent egal aber nicht meine Unversehrtheit!!!!!!!!

    Antworten (1)
    • Anonym 12.10.2019, 10:04 Uhr

      Wie Darmbakterien an eine Dichtung gelangen??....., Hat sich da vielleicht jemand, nach dem Toilettengang, die Hände nicht gewaschen!! ODER...... wie ist das mit der Reinigung der Maschinen??? Erst die Toiletten geputzt und dann die Produktionsmaschinen?? Keine Ahnung....., ich bin froh, dass wir keine Milch trinken. Was mich interessiert....., wird nicht genau aus dieser Milch auch das Eis produziert????

  • 7 Bernhard 11.10.2019, 19:12 Uhr

    Ihr schreibt sehr viel Text, aber welches MHD ist genau betroffen ?

    Antworten (1)
    • MHD steht im Text 12.10.2019, 07:28 Uhr

      Alles zwischen dem 10.10. und 20.10.

  • 6 Heiner 11.10.2019, 18:27 Uhr

    Den Landwirten erzählt das DMK das Wertschöpfung das oberste Ziel ist und dann wird sich für Handelsmarke gebückt.Pfui