Mikroplastik auf Äckern im Münsterland

Kleine Plastikpartikel in Erde.

Mikroplastik auf Äckern im Münsterland

  • Plastikteilchen in der Erde
  • Schädliche Einflüsse auf Lebewesen
  • Mehr Plastik im Boden als im Meer

Naturschutzverbände und Forschungsinstitute haben Mikroplastik auf Äckern nachgewiesen. Auch im Münsterland ist Mikroplastik im Boden. Der WDR war im Kreis Steinfurt unterwegs.

Landwirt Heiner Junge-Bornholt düngt seit Jahren seinen Acker nicht mehr mit dem Dünger, der aus Biomüll vergoren wird. Denn der beinhaltet besonders viel Plastik. Und trotzdem findet er immer noch Plastikteilchen in der Erde. "Boden ist für uns das Wichtigste", sagt er. "Den muss ich hegen und pflegen und nicht mit Plastik verderben."

Auswirkungen auf Gesundheit

Eine Frau auf einem Acker hält kleine Stücke Plastikmüll in der Hand

Dagmar Struß vom Naturschutzbund

Plastik hat laut Dagmar Struß vom Naturschutzbund schädliche Einflüsse auf die Lebewesen, die den Boden lockern und für bessere Ernte sorgen. Regenwürmer zum Beispiel. Außerdem sei Nanoplastik potentiell krebserregend und erbgutschädigend, so die Naturschützerin.

Kleine Plastikteile bleiben im Kompost

Gründe für Mikroplastik im Boden sind der Abrieb von Autoreifen, Granulate von Kunstrasen, die in die Landschaft wehen, aber ganz vorn ist mit Plastik belasteter Biomüll. Zwar sind die Kompostwerke bemüht, Plastikteile herauszufiltern. Doch kleine Teile wie Wattestäbchen fallen durch den Filter. Der Kompost im Kreis Steinfurt enthält etwa 15 Quadratzentimeter Plastikteilchen pro Liter. Gesetzlich erlaubt sind sogar elfmal mehr Plastikreste.

Untersuchungen des Leibniz-Instituts hatten ergeben, dass 20 mal mehr Plastikmüll im Boden ist als in den Weltmeeren.

Stand: 09.10.2019, 20:00