Bielefelder Konfliktforscher sehen neue Willkommenskultur

Bielefelder Konfliktforscher sehen neue Willkommenskultur

Von Uwe Pollmann

  • Studie am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung
  • Mehr als jeder Dritte wünscht sich mehr kulturelle Vielfalt
  • Migranten sollen Sprache lernen und Gesetze beachten

Professor Andreas Zick und Madlen Preuß vom Bielefelder Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung stellen in ihrer am Donnerstag (24.01.2019) veröffentlichten Studie "Zugehörigkeit und Gleichwertigkeit“ eine Trendwende fest: "Die gesellschaftliche Willkommenskultur erfährt wieder verstärkt Zuspruch."

Jeder Dritte wünscht mehr gesellschaftliche Vielfalt

Im Auftrag der Mercator-Stiftung (Berlin) wurden 2.009 Personen befragt. Mehr als die Hälfte der Befragten findet es gut, "dass Migranten in Deutschland ein Zuhause gefunden haben".   

Gefühl von Bedrohung lässt nach

Bei der ersten Studie 2014 hatten sich steigende "Bedrohungs- und Überlastungsempfindungen" angedeutet, die zwei Jahre anstieg. Jetzt heißt es: "Die starke Polarisation für und gegen eine Willkommenskultur von 2016 zerfällt."

Asylzahlen gehen zurück

WDR 5 Morgenecho - Medienschau 24.01.2019 04:13 Min. WDR 5

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Deutsche Identität verliert an Bedeutung

"Die Menschen befürworten die sichtbare Vielfalt im öffentlichen Raum". Die sogenannte "deutsche Identität" hat nicht mehr so große Bedeutung: Wichtiger ist vielen, dass Zuwanderer die Sprache lernen (91,4 Prozent) und politische Institutionen und Gesetze achten (86,7 Prozent).

Mehr Integration wagen

Die Mehrheit der Befragten empfindet sowohl die Abschottung von Migranten als auch von Deutschen als störend. Die Wissenschaftler ziehen die Schlussfolgerung "dass Politik in der Absicht, einen Migrationsplan zu erstellen, auf eine Mehrheit vertrauen kann, die Migration und Vielfalt als Bereicherung betrachtet und akzeptiert".

Stand: 24.01.2019, 14:36

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

  • 1 Klaus Keller 25.01.2019, 11:46 Uhr

    Bei Wikipedia kann man über die Stiftung Mercator GmbH nachlesen: „Die Stiftung Mercator unterstützt nach eigenen Angaben Projekte, die im Sinne Gerhard Mercators Toleranz und aktiven Wissensaustausch zwischen Menschen mit unterschiedlichem nationalen, kulturellen und sozialen Hintergrund fördern.“ Nur so zur Einordnung.