Unklares Motiv für Messerangriff in Rheine

Pizzeria von außen

Unklares Motiv für Messerangriff in Rheine

  • Verhafteter kann sich nicht erinnern
  • 2,6 Promille Alkohol im Blut
  • Gutachten zur Schuldfähigkeit beauftragt

Die Staatsanwaltschaft Münster hat erste Einzelheiten zu drei Messerattacken am Samstag (29.12.2018) in Rheine bekannt gegeben. Danach ist das Motiv des verhafteten 31-Jährigen unklar. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt hatte der mutmaßliche Täter zum Zeitpunkt der Taten 2,6 Promille Alkohol im Blut. Er habe angegeben, dass er sich an das Geschehen überhaupt nicht erinnern könne.

In einer Pizzeria in Rheine soll er zunächst einen 26-jährigen und einen 51-jährigen Mann niedergestochen und dann in einer zweiten Kneipe einen weiteren Mann mit einem Messer angegriffen haben. In der Vernehmung habe er ausgesagt, er könne sich das Geschehen nicht erklären; es tue es ihm unendlich leid, wenn das so passiert sei, schildert der Oberstaatsanwalt.

Kein Anhaltspunkt für politisches Motiv

Martin Botzenhardt von der Staatsanwaltschaft Münster im Interview

Oberstaatsanwalt Botzenhardt hat einen Gutachter beauftragt

Auch zur Motivlage des Mannes, der wegen dreifachen versuchten Mordes in Untersuchungshaft sitzt, habe die Vernehmung keine Erkenntnisse gebracht. Zum Gerücht über einen möglicherweise fremdenfeindlichen Hintergrund sagte Botzenhardt dem WDR, dafür hätten die Ermittlungen bisher "absolut keine Anhaltspunkte" ergeben. Zumal es sich bei den ersten beiden Opfern um Deutsche gehandelt habe.

Die Staatsanwaltschaft Münster hat ein psychologisches Gutachten über den 31-Jährigen in Auftrag gegeben, um die Schuldfähigkeit des Beschuldigten zur Tatzeit zu klären. Es gebe auch Anhaltspunkte für eine mögliche psychische Erkrankung.

Stand: 03.01.2019, 20:00