Brandanschlag in Meschede: Festgenommene wieder frei

Das Gebäude des deutsch-türkischen Vereins in Meschede

Brandanschlag in Meschede: Festgenommene wieder frei

  • Ziel war ein Vereinsheim in Meschede
  • Drei Syrer wieder frei
  • Video zeigt Werfer von Molotow-Cocktails
  • Staatsschutz ermittelt

Auf das Heim eines Deutsch-Türkischen Freundschaftsvereins im sauerländischen Meschede ist am frühen Sonntagmorgen (11.03.2018) ein Brandanschlag verübt worden. Drei Molotow-Cocktails wurden nach Polizeiangaben gegen die Fassade des Hauses geworfen. Verletzt wurde niemand. Nach Angaben der Polizei wurde auch das Gebäude nicht beschädigt.

Kein hinreichender Tatverdacht

Die Polizei nahm in der Nähe des Tatortes drei Männer im Alter zwischen 26 und 30 Jahren aus Meschede fest. Am Montag (12.03.2018) teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie wieder auf freien Fuß kommen. Laut Oberstaatsanwalt Thomas Poggel habe sich kein hinreichender Tatverdacht gegen die drei Männer ergeben.

Bundesweit Angriffe auf türkische Einrichtungen

Hintergrund des Brandanschlages könnte der Konflikt zwischen Kurden und Türken sein. Kurden rufen zu Vergeltungsschlägen auf, weil die Türkei gegen die kurdische Stadt Afrin vorrückt.

Bundesweit sind in den vergangenen Tagen Moscheen und türkische Einrichtungen angegriffen worden. So auch in Ahlen bei Münster, Berlin, Lauffen bei Heilbronn und im schleswig-holsteinischen Itzehoe. Bei all diesen Angriffen ist der Hintergrund noch nicht eindeutig geklärt, ein Zusammenhang mit der türkischen Militäroffensive aber zumindest möglich.

Zu zwei Taten - die in Meschede und in Lauffen - veröffentlichte eine Initiative kurdischer Aktivisten im Internet Videos, die angeblich die Anschläge zeigen. Ein Gebäude ist laut Oberstaatsanwalt Poggel das Vereinsheim in Meschede. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und des polizeilichen Staatsschutzes dauern an.

Stand: 12.03.2018, 15:22