Corona an Schulen: Bezirksregierung Münster verschickt Merkblatt

Außenfassade der Bezirksregierung Münster

Corona an Schulen: Bezirksregierung Münster verschickt Merkblatt

Ein Merkblatt der Bezirksregierung Münster sorgt für Diskussionen an Schulen. Die Behörde gibt Schulleitungen darin Kommunikations-Empfehlungen zum Thema Coronaschutz.

Angesichts verstärkter Anfragen von Eltern und Medien soll das Papier den Schulleiterinnen und -leitern eine Hilfestellung geben, vor allem bei Fragen zu Quarantäne, Teilschließungen und Distanzunterricht, so die Bezirksregierung Münster. Eine der ersten Empfehlungen lässt jedoch Interpretationsspielraum und könnte auch anders gedeutet werden.

Auf dem Flur der Gesamtschule in Münster, hängt ein Schild mit der Aufschrift: «Bitte Masken tragen».

Die Schule soll ein sicherer Ort sein

Denn in dem Merkblatt, das dem WDR vorliegt, heißt es, die Schulleitungen sollten besonders darauf achten, wie die Äußerungen wirken: "Eltern, die in Sorge um ihre Kinder sind, Lokalpolitiker/innen unter Druck und nicht zuletzt Ihre Kolleginnen/en wollen nicht hören, dass Sie Zweifel haben – sondern, dass Ihre Schule ein sicherer Ort ist! Entsprechend sollten Sie diese Botschaft verstärken."

Positive Darstellung

Auch an anderen Stellen des dreiseitigen Papieres wird immer wieder empfohlen, die Schule in ein positives Licht zu rücken, wie: "Nachfragen sind für Sie eine gute Gelegenheit, Ihre Schule positiv darzustellen". Dazu gibt es auch mehrere Formulierungsbeispiele.

Das kann als Aufforderung gemeint sein, Nachfragen nicht als lästig abzuwehren, sondern auch als Chance zu sehen. Es kann aber auch als Aufforderung zu Beschönigungen verstanden werden.

Fakten statt Beschwichtigungen

Tafel mit der Aufscgrift "WELCOME BACK from CORONA LOCKDOWN"

Eltern wollen Fakten

Kritik kommt beispielsweise von der Schulpflegschaft in Münster. Der Vorsitzende Markus Sawicki berichtet von Anrufen etlicher Eltern, die das Schreiben nach Bekanntwerdung als Aufforderung zur Beschwichtigung verstanden haben. Sie fordern, dass bei Coronafällen an der Schule transparent, offen und ehrlich kommuniziert wird. Gut wäre es beispielsweise, wenn regelmäßig die Daten zur Corona-Entwicklung an den Schulen veröffentlicht würden.

Praktische Hinweise

Andere Hinweise in dem Papier der Bezirksregierung dürften dagegen kaum umstritten sein. So wird auch empfohlen, Zuständigkeiten deutlich zu machen (z.B. Quarantäne-Entscheidungen treffen Gesundheitsämter), auf die Einbeziehung der Bezirksregierung bei Entscheidungen zu verweisen und den Persönlichkeitsschutz von infizierten Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften zu wahren.

Stand: 19.11.2020, 20:00