Medizinstudium: Siegen und Rotterdam kooperieren enger

Kritik an Medizin-Studium Siegen/Bonn

Medizinstudium: Siegen und Rotterdam kooperieren enger

  • Praktika und Hospitanzen in Siegen
  • Studienmodule für Siegener in Rotterdam
  • Vorschlah: Fusion der vier Krankenhäuser

Das Erasmus Medical Center Rotterdam, die Uni Siegen und die vier Siegener Krankenhäuser haben einen Vertrag zur Zusammenarbeit unterzeichnet, um gemeinsam "an neuen Ideen für die Zukunft der Medizin zu arbeiten."

Konkret ist geplant, dass Studierende aus Rotterdam in Siegen einen Teil ihres Praktischen Jahres absolvieren und künftig auch in Hausarztpraxen im Siegerland hospitieren können. In Gegenrichtung sollen Siegener Studierende "Zusatzmodule" in Rotterdam wahrnehmen.

Mediziner für ländlichen Raum gewinnen

Auch mit der Uni Bonn gibt es einen Kooperationsvertrag über das Medizinstudium. "Medizin neu denken" – so ist diese Zusammenarbeit überschrieben. Ziel ist es, angehende Mediziner für die Arbeit im ländlichen Raum zu gewinnen.

Der Wissenschaftsrat der Bundesregierung hatte das Projekt "Medizin neu denken" im Oktober 2019 scharf kritisiert und empfohlen, davon Abstand zu nehmen. In Siegen fehlten die Voraussetzungen für einen sachgemäßen Lehrbetrieb.

Auch Querelen zwischen den vier Siegener Krankenhäusern haben das Medizinstudium-Projekt belastet. Der Diakonie Südwestfalen, Betreiberin des evangelischen Krankenhauses, warfen die anderen drei Kliniken Alleingänge vor.

Am Wochenende (30.11./01.12.2019) wollen Vertreter der vier Kliniken "auf höchster Ebene" über ihre gemeinsame Zukunft diskutieren. Nach WDR-Informationen reichen die Vorschläge von einer gemeinsamen Holding bis zur kompletten Fusion der Krankenhäuser.

Stand: 29.11.2019, 10:16