Bielefeld: Medizin-Studiengang gegen Hausärzte-Mangel eröffnet

Mit einer Feierstunde hat am Donnerstag die neue medizinische Fakultät der Uni Bielefeld ihren Betrieb aufgenommen. 60 angehende Ärztinnen und Ärzte studieren dort ab Oktober.

Nach vier Jahren wird eines der zentralen gesundheits- und wissenschaftspolitischen Projekte der Landesregierung Realität. Damit hat Ostwestfalen seine erste medizinische Fakultät. Jahrelang hatte sich die Universität Bielefeld darum bemüht.

Ärztliche Versorgung soll verbessert werden

Erst die schwarz-gelbe Landesregierung machte den Weg frei. Sie beschloss 2017 die Gründung des Studiengangs, vor allem um die ärztliche Versorgung in der Region zu verbessern. Ziel ist, die Studierenden vor allem für das Berufsbild des Hausarztes zu begeistern.

Pfeiffer-Poensgen, Laumann und Hirschhausen bei der Eröffnung | Bildquelle: WDR/Brökel

"Alle Beteiligten haben in den letzten Jahren Großartiges geleistet, um dieses Projekt Realität werden zu lassen. Ich wünsche den ersten Studierenden viel Erfolg und hoffe, dass sie der Region auch als spätere praktizierende Ärzte erhalten bleiben. OWL hat viel zu bieten.“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Auch NRW-Wissenschaftsministerin Pfeifer-Poensgen kam nach Bielefeld und wünschte den Studierenden viel Erfolg.

Umfangreiches Ausbildungsnetzwerk

Als Grundlage hat die Fakultät ein Netzwerk aus mehr als 60 Lehrpraxen und -kliniken in OWL aufgebaut. Dazu gehören unter anderem das Ev. Klinikum Bethel, das Klinikum Bielefeld und das Klinikum Lippe. Hier sollen die Studierenden schon früh Einblicke in die Strukturen und Abläufe der ambulanten Versorgung erhalten. Auch sollen sie dort über einen längeren Zeitraum Patientinnen und Patienten betreuen können, zum Beispiel chronisch Kranke.

Im Endausbau (ab 2025) sollen circa 300 Studierende pro Jahr an der Universität Bielefeld ihr Medizinstudium beginnen. Im Ärztekammerbereich Westfalen-Lippe hatte es bislang nur die Standorte Bochum und Münster für ein Medizinstudium gegeben.