Anklagen wegen tödlicher Medikamenten-Verwechslung in Bielefeld

Städtisches Klinikum Bielefeld

Anklagen wegen tödlicher Medikamenten-Verwechslung in Bielefeld

Wegen eines tödlichen Medikamenten-Irrtums müssen in Bielefeld demnächst zwei Pflegerinnen vor Gericht. Sie sollen im vergangenen Sommer den Tod eines Patienten im Krankenhaus Mitte verschuldet haben.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat die beiden Krankenhaus-Pflegekräfte jetzt wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Methadon dem falschen Patienten verabreicht

Die 63-jährige Krankenpflegerin und die 22 Jahre alte Medizin-Studentin waren bei ihrer Schicht im Juli 2020 für Zuteilung und Ausgabe von Medikamenten auf der chirurgischen Station zuständig. Ihnen soll bereits bei der Portionierung der folgenschwere Fehler unterlaufen sein. Die Tabletten landeten in der falschen Schachtel.

Rettungsversuch ohne Erfolg

Weil die Verwechslung aber nicht auffiel, bekam ein 26-jähriger Patient das Methadon, das eigentlich für seinen Bettnachbarn bestimmt gewesen war. Als es dem Mann immer schlechter ging, wurde er zwar noch verlegt, konnte aber nicht mehr gerettet werden - das Medikament wirkte bei ihm tödlich.

Den beiden Frauen drohen Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren Dauer.

Stand: 03.03.2021, 06:56