Ein Steg, der ins Nichts führt

43-Jähriger soll Männer zu Suizid gedrängt haben: Mordkommission ermittelt

Stand: 14.04.2022, 16:39 Uhr

Ein 43-Jähriger soll andere Männer aus Habgier zum Suizid gedrängt haben, so die Staatsanwaltschaft Paderborn. Beide Versuche schlugen fehl, jetzt ermittelt eine Bielefelder Mordkommission.

Der 43-Jährige aus Hilter am Teutoburger Wald und ein 69-Jähriger aus Iserlohn sollen sich nach Angaben des älteren Mannes vor rund zwei Jahren auf einer Online-Dating-Plattform kennengelernt haben. Sie hätten telefonisch Kontakt gehalten und sich ab und zu getroffen, heißt es in einer Polizeimitteilung.

Anfang März sei der Tatverdächtige dann mit seinem mutmaßlichen Opfer zu sich nach Hilter gefahren. Dort soll der 43-Jährige dann den älteren Mann über zwei Tage geschlagen, beleidigt und mit Medikamenten sediert haben. Der 69-Jährige sei nicht mehr Herr seiner Sinne gewesen und habe dem Tatverdächtigen ein Testament erstellt.

Passant wird auf 69-Jährigen im Waldstück aufmerksam

Schließlich soll der mutmaßliche Täter den 69-Jährigen aufgefordert haben, sich umzubringen. Der habe dies dann in einem Waldstück in Delbrück in Begleitung seines Peinigers versucht.

43-Jähriger soll Männer zum Suizid gedrängt haben

00:43 Min. Verfügbar bis 12.04.2023


Ein Passant wurde darauf aufmerksam und wählte den Notruf. Der 43-Jährige habe sich nicht vom Tatort entfernt und beteuerte, dass es einen medizinischen Notfall gebe. Die Beamten sahen keinen Tatverdacht.

Mutmaßliches Opfer macht Aussage im Krankenhaus

Erst im Krankenhaus habe der 69-Jährige eine Aussage gemacht: Er erklärte, dass der 43-Jährige ihn durch psychische Einwirkungen zum Suizid gedrängt habe. Deswegen geht die Staatsanwaltschaft Paderborn von versuchtem Mord aus Habgier aus.

Daraufhin wurde der 43-Jährige in Quakenbrück festgenommen und nach kurzer Untersuchungshaft in eine psychiatrische Klinik gebracht.

Weiterer Fall in Espelkamp

Die Staatsanwaltschaft Paderborn und die Mordkommission Bielefeld ermittelten zudem in einem weiteren ähnlichen Fall. Ein 77-jähriger Mann aus Espelkamp hatte Ende Februar versucht, sich das Leben zu nehmen. Auch hier soll der 43-Jährige das mutmaßliche Opfer durch massive psychische Einwirkungen zum Suizid gedrängt haben.

Der 77-Jährige konnte mit lebensgefährlichen Verletzungen aufgefunden werden. Das Muster des Tatverdächtigen sei in beiden Fällen ähnlich: Er soll sich erst fürsorglich um die Männer gekümmert haben, dann immer fordernder geworden sein und auf das Geld und Erbe der Männer aus gewesen sein.

Die Polizei schließt nicht aus, dass es auch noch weitere mögliche Opfer geben könnte.

Über dieses Thema berichtete die Lokalzeit OWL auf WDR 2 um 16:30 Uhr.