Wildblumen statt Mais im Münsterland

Sonnenblume in Wildkräuterfeld

Wildblumen statt Mais im Münsterland

  • Pilotprojekt zu alternativen Energiepflanzen
  • Ausgleichszahlung durch Stiftung
  • Mehr Interesse bei Landwirten

Immer mehr Landwirte im Münsterland interessieren sich für Alternativen zum Maisanbau. Ein Pilotprojekt erkundet derzeit, inwieweit Mais als Energielieferant in Biogasanlagen ersetzt werden kann. Die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft hat es vor drei Jahren in den Kreisen Borken und Coesfeld gestartet.

Ökologische Alternativen zu Mais

ein Maisfeld mit einem erklärenden Schild davor

Naturschützer kritisieren den Maisanbau

Über ein Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Münsterland wird für den Maisanbau genutzt. Umweltschützer kritisieren das, weil die Maisfelder ökologisch kaum einen Wert haben. Hier finden Insekten, Vögel und Niederwild keine Nahrung und auch keine Heimat.

Bohnenpflanze umrankt Maispflanze im Maisfeld

Bohnen und Mais werden kombiniert

Bei dem Pilotprojekt werden statt des Mais zum Beispiel Wildpflanzen und Sonnenblumen angebaut. Die ziehen viele Tiere an, können aber auch in Biogasanlagen verwertet werden. Daneben wird Hafer mit Erbsen und Sonnenblumen angebaut. Getestet werden auch Bohnen zwischen dem Mais, die das Feld ökologisch interessanter machen.

Geringere Energieausbeute

Landwirt Michael Rawert-Messing vor Sonnenblumen

Bauer Michael Rawert-Messing ist mit den Ergebnissen zufrieden

Der Coesfelder Landwirt Michael Rawert-Messing ist einer der Bauern, die sich an dem Projekt beteiligen. "In den letzten Jahren hat das hervorragend geklappt", so sein Zwischenfazit. Allerdings haben die Wildpflanzen "nicht die hohen Trockensubstanzgehalte wie beim Mais, so dass wir hier energetisch pro Hektar weniger Energie ernten." Für den geringeren Energieertrag gibt es Ausgleichszahlungen der Stiftung an die Landwirte.

Bauern zeigen Interesse

Schaufellader kippt Silage in Steinbecken

Die Alternativen bieten weniger Energieertrag

Nach anfänglichem Zögern melden sich jetzt immer mehr Bauern, die bei dem Projekt mitmachen möchten. Und auch Landwirt Michael Rawert-Messing ist überzeugt: "Wenn es mehr angeboten werden würde, dass auch wesentlich mehr Landwirte diese Maßnahme umsetzen würden."

Stand: 06.08.2018, 20:00