Warstein: Archäologen entdecken verschollenes NS-Mahnmal

Archäologen entdecken NS-Mahnmal 01:32 Min. Verfügbar bis 28.05.2021

Warstein: Archäologen entdecken verschollenes NS-Mahnmal

  • Archäologen entdecken verschwundenes Mahnmal
  • Bei Grabungen taucht Obelisk auf
  • Stein erinnert an 71 Opfer der Kriegsverbrechen

Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben am Mittwoch (27. 05.2020) bei Warstein einen bedeutenden Obelisken wiederentdeckt. Die Steinsäule wurde 1945 auf Veranlassung der Sowjetunion zum Gedenken an 71 Opfer der Kriegsverbrechen der Nationalsozialisten aufgestellt. Das Mahnmal erinnert an Zwangsarbeiter, die im Arnsberger Wald von den Nazis erschossen worden waren.

Der Obelisk war jahrzehntelang verschwunden. Warsteiner Bürger sollen ihn nach der Umbettung der Toten auf einen Kriegsgefangenenfriedhof des Ersten Weltkriegs bei Meschede im Jahr 1964 beseitigt haben.

Sowjetunion hatte Errichtung eines Mahnmals gefordert

Grabung nach verschollenem Gedenkstein

Bei Grabungen entdeckten Archäologen das Mahnmal.

Bei der Anlage des Friedhofes 1945 hatte die Sowjetunion, woher die meisten der hier begrabenen Mordopfer stammten, die Errichtung eines Mahnmals gefordert. Es handelte sich um einen mehrere Meter hohen Obelisken, der in drei Sprachen das Verbrechen, die Täter und die Opfer in drastischen Worten benannte.

Über 200 Zwangsarbeiter im Arnsberger Wald ermordet

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges hatten Angehörige von Waffen-SS und Wehrmacht zwischen Warstein und Meschede eines der größten Verbrechen in der Endphase des Krieges in Deutschland - außerhalb von Konzentrationslagern und Gefängnissen - verübt. Exekutions-Kommandos ermordeten an drei Stellen im Arnsberger Wald insgesamt 208 russische und polnische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Daran erinnert der Obelisk.

Stand: 28.05.2020, 17:00