Archiv des LWL-Naturkundemuseums in Münster zieht um

Archiv des LWL-Naturkundemuseums in Münster zieht um

Das neue Museums-Archiv der LWL-Museen in Münster bietet auch eine Heimat für mehr als zwei Millionen ausgestopfte Tiere, Pflanzen, Steine und Fossilien des Naturkundemuseums Münster. Der Umzug wurde akribisch geplant.

Nahaufnahme eines ausgestopften Eisbären

Auch für diesen Eisbären gibt es nun ein neues Zuhause - sofern er nicht in Ausstellungen zu sehen ist.

Auch für diesen Eisbären gibt es nun ein neues Zuhause - sofern er nicht in Ausstellungen zu sehen ist.

Beim Umzug gerieten die Möbelspediteure regelmäßig ins Staunen. Gepard, Wolf und Tiger statt Stühle, Sofas, Regale. So etwas hatten sie auch noch nicht auf ihrer Ladefläche.

Das LWL-Naturkundemuseum hat allein 13.000 ausgestopfte Säugetiere und 26.000 Vögel in seinem Bestand. Nur ein Bruchteil davon ist in den Ausstellungen zu sehen.

Die Lager-Tiere waren bisher auf mehrere Orte in Münster verteilt. Im neuen Zentralmagazin sind sie zum ersten Mal unter einem Dach.

Doch bevor es ins Regal geht, müssen Antilope, Geier und Co. in den Gefrierraum. Dort ist es eisig kalt, was die Schädlinge im Pelz der Tiere gar nicht mögen. Sie sterben ab. Schädlingsbekämpfung bei Minus 20 Grad.

Das Zentralmagazin mit 10.000 Quadratmeter Fläche verfügt über große Säle mit meterhohen Regalen, die sich im Handumdrehen bewegen lassen. Ein Magazin, das modernen Standards entspricht. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat es für 14 Millonen Euro errichtet, in erster Linie für die eigenen Museen. Aber auch andere Museen können hier Flächen mieten.

Ein Saal ist allein für die sogenannten Nass-Präparate, Schlangen, Seesterne und Fische in Alkohol. Manche dieser Präparate sind weit über 100 Jahre alt, sie stammen zum Beispiel von Apothekern mit Forschergeist.

Das Naturkundemuseum stellt Nass-Präparate Forschern zur Verfügung, manche tauchen aber auch manchmal in Ausstellungen auf.

Auch 550.000 Pflanzen mussten umziehen, darunter diese Moose aus Grönland, die ein reisefreudiger Westfale dem Naturkundemuseum geschenkt hat.

Beim Umzug förderten die Museumsmitarbeiter so manchen Schatz zu Tage, von dem sie gar nicht wussten, dass es ihn gibt, wie dieser größte bislang bekannte Samenkorn der Welt, eine Seychellennuss, die nur auf den Seychellen vorkommt.

Das Museum hatte den XXL-Umzug zwei Jahre lang akribisch vorbereitet. Als Nachzügler kam am Eröffnungstag der Eisbär. Damit waren die 2,3 Milionen Exponate vollständig.

Stand: 02.04.2019, 16:38 Uhr