Lügde-Prozess: Urteil ist rechtskräftig

Ordner mit der Aufschrift: "Lügde" im Gerichtssaal

Lügde-Prozess: Urteil ist rechtskräftig

  • Weder Staatsanwaltschaft noch Angeklagte wollen Revision
  • Auch Nebenkläger akzeptieren Urteil im Missbrauchsfall Lügde
  • Wochenfrist für Revision ging Mitternacht zu Ende

Das Urteil des Landgerichts Detmold gegen Andreas V. und Mario S. ist rechtskräftig. Beide Angeklagte wurden am 05.09.2019 wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu langjährigen Haftstrafen mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Sie verzichteten ebenso auf Revision wie Staatsanwaltschaft und Nebenkläger. Das gab das Landgericht Detmold am Freitag (13.09.2019) bekannt.

Erklärung aus der Haft

Sowohl Andreas V. als auch Mario S. akzeptieren das Urteil. Andreas V. hatte bereits vor der Urteilsverkündung Revisionsverzicht angekündigt, Mario S. kurz danach. Auch von den anderen Rechtsmittelberechtigen, also den Vertretern der Nebenklage und der Staatsanwaltschaft, wurde innerhalb der Wochenfrist keine Revision gegen das Urteil eingelegt.

Revisionsfrist endete nach sieben Tagen

Die Frist für das Einlegen einer Revision lief Donnerstag (12.09.2019) um 23.59 Uhr ab. Bis dahin hatten alle Prozessbeteiligten Zeit, sich endgültig festzulegen. Bei einer Revision hätte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe das Urteil auf Rechtsfehler überprüfen müssen. Falls er fündig geworden wäre, hätte das Verfahren neu aufgerollt werden müssen.

Lange Haftstrafen

Das Landgericht Detmold hatte eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren gegen den 56-jährigen Andreas V. verhängt. Der 34-jährige Mario S. erhielt 12 Jahre. Das Gericht ordnete außerdem anschließende Sicherungsverwahrung für die beiden Deutschen an.

Stand: 13.09.2019, 11:19

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