Missbrauchsfälle in Lügde: Noch mehr Opfer

30.01.2019, NRW Lügde: Ein Polizeiabsperrband hängt auf dem Campingplatz Eichwald.

Missbrauchsfälle in Lügde: Noch mehr Opfer

  • Zahl der bekannten Opfer auf 29 gestiegen
  • Ermittlungen auch gegen Kreispolizei Lippe
  • Staatsanwaltschaft ermittelt auch mit Bielefelder Polizei

Die Ermittlungen zu den Fällen schweren sexuellen Missbrauchs in Lügde im Kreis Lippe weiten sich aus: Inzwischen sind 29 Opfer bekannt. Seit Donnerstag (31.01.2019) werden die Ermittlungen wegen Umfang und Bedeutung des Verfahrens von der Polizei Bielefeld geführt, "in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Detmold" heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Ermittlungsaufwand wird immer größer

Beamte der Ermittlungskommission "Camping" und der Kriminalpolizei Bielefeld arbeiten ab sofort in der gemeinsamen EK "Eichwald". Auch Fachleute anderer Polizeibehörden aus NRW werden eingebunden. Hintergrund ist auch das große Datenvolumen des sichergestellten Beweismaterials.

Ermittlungen gegen Behörden

Die Staatsanwaltschaft Detmold ermittelt unter anderem gegen die Polizei im Kreis Lippe. Auch "aus Neutralitätsgründen" würden die im Raum stehenden Vorwürfe gegen Behörden im Rahmen der Ermittlungskommission gesondert bearbeitet, heißt es.

Hinweise auf sexuellen Missbrauch bereits 2016

Oberstaatsanwalt Ralf Vetter bestätigt am Donnerstag (31.01.2019), dass es bereits 2016 Hinweise von gleich zwei Zeugen zu einem möglichen sexuellem Missbrauch des Pflegekindes durch den Hauptbeschuldigten gab. Polizeiliche Ermittlungen habe es aber nicht gegeben. "Wir prüfen jetzt, ob die Polizei weitere Schritte hätte einleiten müssen", sagt Vetter.

Stand: 01.02.2019, 14:59

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