Lügde: Neuer Beschuldigter im Missbrauchsfall

Lügde: Neuer Beschuldigter im Missbrauchsfall

  • 57-jähriger Mann unter Verdacht
  • Verwandter von Betroffenen
  • Neue Durchsuchungen auf Campingplatz

Der Fall des Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde weitet sich aus. Es gibt einen neuen Verdächtigen. Das haben Polizei und Staatsanwaltschaft Bielefeld am Donnerstag (04.07.2019) bekannt gegeben.

Es soll ein Verwandter von Opfern sein

Nach WDR-Informationen handelt es sich um einen 57-jährigen Verwandten von mehreren Missbrauchs-Opfern. Er kommt aus Steinheim im Kreis Höxter und soll mit dem zweiten Hauptbeschuldigten Mario S. gut befreundet sein.


Nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung teilten sich die beiden Männer von 2010 bis 2015 dieselbe Parzelle auf dem Campingplatz in Lügde-Elbrixen.

Der 57-Jährige ist den Ermittlern nicht unbekannt; im vergangenen Sommer hatte ihn eine damals 15-Jährige der Vergewaltigung beschuldigt und angezeigt. Die Ermittlungen wurden aber mangels Beweisen eingestellt.

Minderjähriges Opfer sagte aus

Der Beschuldigte geriet jetzt durch die Vernehmung eines minderjährigen Opfers in den Blick der Ermittlungskommission "Eichwald". Aufgrund der Zeugenaussage wurde gegen den Mann ein Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs eingeleitet.

Wie viele Kinder von ihm missbraucht worden sein könnten, lässt sich derzeit nicht gesichert sagen.

Reul: Bezüge zu den anderen Taten offen

Es sei offen, ob es Bezüge zu den bisher bekannten Sachverhalten im Fall Lügde gebe oder "ob es ein völlig eigenständiger Sachverhalt ist", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) im Landtags-Innenausschuss in Düsseldorf. Auf Nachfrage sagte Reul, der neue Tatverdächtige sei bereits im Zuge der vorherigen Ermittlungen durch die Polizei befragt worden. Das Kind, das ihn belaste, sei erstmals befragt worden.

Verdächtiger ist schon lange Camper in Lügde

Spurensuche auf dem Campingplatz in Lügde

Spurensuche auf dem Campingplatz in Lügde

Der Steinheimer besitzt seit vielen Jahren eine eigene Parzelle auf dem Campingplatz in Lügde. Die Ermittler suchen dort seit Mittwoch (03.07.2019) nach Beweismitteln. Der Mann wurde nicht festgenommen. Rechtsanwalt Peter Wüller, der mehrere Opfer vertritt, sprach angesichts des neuen Verdächtigen von einem "Netzwerk"; es sei nur "die Spitze des Eisbergs."

Stand: 04.07.2019, 16:01

Weitere Themen