Lügde: Möglicherweise weiterer Tatort

30.01.2019, NRW Lügde: Ein Polizeiabsperrband hängt auf dem Campingplatz Eichwald.

Lügde: Möglicherweise weiterer Tatort

  • Hauptbeschuldigter machte wohl Urlaub an See in Thüringen
  • Tauchkamerad berichtet von minderjährigen Kindern
  • Staatsanwaltschaft äußert sich nicht

Im Fall des massenhaften Missbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde prüfen die Ermittler einen möglichen weiteren Tatort. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Freitag (24.05.2019) vorab berichtete, soll der 56-jährige Hauptbeschuldigte nach Aussage eines Zeugen im Sommer 2009 wiederholt Tauchurlaube an einem See im thüringischen Nordhausen gemacht haben.

Nach Schilderung eines ehemaligen Tauchkameraden soll der Dauercamper aus Lügde zu den Urlauben immer minderjährige Kinder mitgebracht und diese als Nachbarskinder ausgegeben haben. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind die Ermittlungen dazu noch nicht abgeschlossen. Die Polizei in Bielefeld und die Staatsanwaltschaft Detmold wollten sich aus ermittlungstaktischen Gründen auf Anfrage des WDR nicht äußern.

Beschuldigtem werden 293 Missbrauchsfälle vorgeworfen

Auf dem Campingplatz in Lügde an der Landesgrenze zu Niedersachsen sollen über Jahre hinweg zahlreiche Kinder schwer sexuell missbraucht worden sein. Dem 56-jährigen Hauptverdächtigen wirft die Staatsanwaltschaft in der Anklage 293 Fälle vor. Ein Komplize aus Stade in Niedersachsen ist mitangeklagt, die Anklage gegen einen dritten Beschuldigten aus Steinheim bei Höxter ist gerade beim Landgericht Detmold eingegangen.

Stand: 24.05.2019, 17:17