Missbrauch in Lügde: U-Ausschuss fordert mehr Akten von Jugendämtern an

Aktenordner tragen die Aufschrift "Lügde", auf einem Tisch liegend.

Missbrauch in Lügde: U-Ausschuss fordert mehr Akten von Jugendämtern an

Im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal von Lügde sind weitere Jugendämter aufgefordert worden, Angaben zu betroffenen Kindern zu machen.

Der Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags hat Akten aus weiteren 20 Städten angefordert. Der Ausschuss will klären, ob in der Vergangenheit auch in anderen Jungendämtern Hinweise auf sexuelle Gewalt gegen die betroffenen Kinder eingegangen waren.

Die SPD-Fraktion im Landtag hat deshalb alle Ämter rausgesucht, die in den Ermittlungsakten erwähnt werden. Angefragt wurden nicht nur Städte in Ostwestfalen-Lippe und Niedersachsen, sondern unter anderem auch Bottrop, Wuppertal und Aachen. Die Fälle reichen teilweise zurück bis in die 90er Jahre.

Fall Lügde: Massive Gedächtnislücken bei Jugendamts-Mitarbeitern

WDR 5 Westblick - aktuell 23.04.2021 05:49 Min. Verfügbar bis 23.04.2022 WDR 5


Download

Akten sollen nicht vernichtet werden

Hinweise, dass in diesen Jugendämtern Fehler gemacht wurden, gibt es bisher keine. Es geht dem Untersuchungsausschuss auch darum, dass keine Akten vernichtet werden, die interessant sein könnten.

Der Untersuchungsausschuss zum Kindesmissbrauch von Lügde soll mögliche Versäumnisse, Unterlassungen, Fehleinschätzungen und Fehlverhalten der Landesregierung und der Behörden des Kreises Lippe aufklären. Im Fall des Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz im lippischen Lügde waren beide Haupttäter im September 2019 zu Freiheitsstrafen von 13 und zwölf Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

Stand: 29.04.2021, 20:19