Missbrauchsfall Lügde: Ist das Strafverfahren gefährdet?

Polizeibeamte der Spurensicherung auf der Parzelle des mutmaßlichen Täters in Lügde

Missbrauchsfall Lügde: Ist das Strafverfahren gefährdet?

  • Opposition konfrontiert Reul mit Fragen
  • Gefährden verschwundene Beweismittel das Verfahren?
  • Oberstaatsanwalt Vetter geht fest von Verurteilung aus

Mit dem Missbrauchsfall von Lügde befasst sich am Donnerstag (14.03.2019) erneut der Landtag. Mit Blick auf die bei der Kreispolizei Lippe verschwundenen Beweismittel konfrontieren SPD und Grüne NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) in einer Sitzung des Innenausschusses des NRW-Landtages mit einem Fragenkatalog.

Beweismittel hätten manipuliert werden können

Einem Bericht der Rheinischen Post zufolge könnten die Polizeipannen gravierende Auswirkungen auf das anstehende Strafverfahren haben. Das gehe aus den schriftlichen Antworten Reuls auf die Fragen der Opposition hervor. Die Kreispolizei Lippe hatte Beweise unzureichend gesichert. Die Verwendbarkeit vor Gericht könnte deshalb gefährdet sein, sagte Strafrechtler Klaus Bernsmann von der Uni Bochum dem Bericht zufolge. Die Daten hätten manipuliert werden können.

Hauptbeweismittel sind die Zeugenaussagen

Der leitende Oberstaatsanwalt widerspricht dem nicht, bezweifelt aber, dass deshalb das Gerichtsverfahren gegen die drei inhaftierten mutmaßlichen Täter wackeln könnte.

"Die sichergestellten Daten sind in dem Verfahren nicht die Hauptbeweismittel. Vielmehr sind es die Zeugenaussagen, die wir mittlerweile vorliegen haben. Ich gehe fest davon aus, dass die vorhandenen Beweismittel für eine Verurteilung ausreichen werden", sagte Oberstaatsanwalt Ralf Vetter am Mittwochabend dem WDR. 31 Opfer sind bislang identifiziert. Die vier- bis 13-jährigen Kinder wurden sexuell missbraucht und dabei gefilmt.

Bis Ende April wolle er die Anklage erhoben haben. Anfang Juni solle dann die Gerichtsverhandlung in Detmold beginnen.

Stand: 13.03.2019, 21:47

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