Missbrauch in Lügde: Mehrere Datenträger gefunden

Polizisten in weißen Schutzanzügen tragen Beweisstücke

Missbrauch in Lügde: Mehrere Datenträger gefunden

  • Groß angelegte Suche nach Beweisen
  • Spürhund findet USB-Stick
  • 16-jähriger Tatverdächtiger möglichweise selbst Opfer

Im massenhaften Kindesmissbrauchsfall im ostwestfälischen Lügde (Kreis Lippe) hat am Mittwoch und Donnerstag (28.02.2019) die größte Durchsuchungsaktion seit Beginn der Ermittlungen stattgefunden. Im Einsatz waren Beamte der Staatsanwaltschaft, Polizisten der Einsatzhundertschaft Bielefeld und der Ermittlungskommmission "Eichwald" sowie ein Datenspürhund, der auf die Suche nach Datenträgern spezialisiert ist.

Datenspürhund im Einsatzland

Der Hund der Justiz des Landes Sachsen, der erste seiner Art in Deutschland, habe in einer Sesselritze einen USB-Stick gefunden. Bei der erneuten Durchsuchung wurden noch weitere Datenträger gefunden. Der Datenträger aus der Behausung des Hauptbeschuldigten wurde laut Mitteilung der Polizei vom Nachmittag noch nicht auf Inhalte geprüft. Am Donnerstag (28.02.2019) soll der Hund erneut nach Hinweisen suchen. Da der Hund Platz dafür benötigt, muss der Campingwagen ausgeräumt werden. Die Ergebnisse der Durchsuchungen werden gemeinsam von Staatsanwalt und Polizei bekanntgegeben.

16-Jähriger Tatverdächtiger könnte selbst Opfer sein

Einer der Tatverdächtigen ist ein 16-Jähriger. Er ist möglicherweise selbst Opfer gewesen. Das sagte der zuständige Oberstaatsanwalt Ralf Vetter am Mittwoch auf Nachfrage des WDR. Bei dem Jugendlichen war kinderpornografisches Material gefunden worden, das auf dem Campingplatz in Lügde entstanden sein soll.

Der 16-Jährige wurde vernommen, befindet sich aber wieder auf freiem Fuß. In welchem Verhältnis der 16-Jährige zu den drei in U-Haft sitzenden erwachsenen Tatverdächtigen steht, ist noch unklar.

Mindestens 1.000 Fälle sexuellen Missbrauchs

Seit 2008 sollen den bisherigen Erkenntnissen zufolge mindestens 31 Kinder im Alter von vier bis 13 Jahren Opfer von sexuellem Missbrauch geworden sein. Es geht demnach um mehr als 1.000 Fälle, die sich auf einem Campingplatz im lippischen Lügde an der Landesgrenze zu Niedersachsen ereigent haben sollen. Ob es auch vor 2008 Missbrauchsfälle gab, wird derzeit geprüft.

Zuerst hatte die Polizei des Kreises Lippe die Ermittlungen geführt und zahlreiche Datenträger mit Beweismaterial sichergestellt. Nach mehreren Pannen bei der Kreispolizei hatte der NRW-Innenminister die Ermittlungen an die Polizei in Bielefeld übertragen.

Stand: 28.02.2019, 13:50

Kommentare zum Thema

14 Kommentare

  • 14 Eckhard Prasuhn, Minden 28.02.2019, 17:08 Uhr

    Hoffentlich werden auch alle Beschuldigten ihrer gerechten Strafe zugeführt. Das ganze Ausmaß dieser Verbrechen an Kinder wird dann hoffentlich eine Mahnung an alle Kinderschänder sein!! Kinder sind unsere Zukunft; wir haben ohnehin zu wenig davon. Wir selbst haben 7 Enkelkinder und freuen uns immer sehr, wenn wir sie sehen können.

  • 13 E. Reinhardt 28.02.2019, 17:06 Uhr

    es geht hier um 1000-fachen Kindesmissbrauch, sollte es da der Staatsanwaltschaft nicht möglich sein, die mit dem Fall betrauten bei denen die Daten verschwunden sind in Zwangshaft zu stecken bis sie singen. Aus Deutschland scheint ein Rechtswitz zu werden.

  • 12 Jens P. 28.02.2019, 09:30 Uhr

    Der Skandal in Lügde zeigt einmal mehr was für eine marode Polizei die ROT/GRÜNE Landesregierung hinterlassen hat. Da ist ein SPD Landrat für die dortige, offensichtlich völlig überforderte Polizei, zuständig. H. Reul hat noch viel Arbeit vor sich um in NRW die Polizei wieder auf ein normalen Niveau zu bringen. Ich wünsche ihm weiterhin viel Erfolg.

  • 11 Atze 28.02.2019, 09:00 Uhr

    Mir missfällt, dass durch die verantwortlichen Stellen nicht in Ruhe ermittelt werden kann und hier ein Forum geboten wird, sich zum Thema auszulassen. Das nicht in qualifizierter Form, sondern sehr emotional und mehr aus dem Bauch gesteuert. Der Hinweis von W. um 08:01 Uhr ist doch nicht hilfreich, auch die Beiträge mit Vermutungen, Unterstellungen oder unterschwelligen Beleidigungen helfen nicht einen Millimeter weiter. Die am kriminellen Geschehen Verantwortlichen gehören ermittelt, vor ein Gericht gestellt und ggfls. in Haft. Da darf man schon jetzt gespannt sein, wer uns aus der Riege der großartigen Rechtsanwälte erklären wird, wieso, warum und weshalb ihr Mandant nun nicht zur Verantwortung gezogen werden kann oder darf.

  • 10 ENTSETZT 28.02.2019, 08:57 Uhr

    Die Polizei hat vielleicht in ihrer eigenen Struktur Probleme. Vielleicht möchte das niemand hören. Da gibt es vielleicht sehr lange Kommunikationswege. Was unten geschrieben wird muss doch auch oben ankommen und kommuniziert werden. Und natürlich auch umgekehrt. Vielleicht kommt auch nicht alles da an wo es ankommen soll. Und vielleicht ist es auch nicht immer das Richtige. Vielleicht ist es auch ganz anders. Naja, vielleicht wird es besser. Den Betroffenen hilft das vielleicht ein wenig. Wenn ich mich auf die Polizei nicht mehr verlassen kann ................... Da gab es doch mal................genau, jetzt fällt es mir wieder ein. Die Polizei DEIN Freund und Helfer. Fast vergessen; Entschuldigung; liegt am fortgeschrittenen Dienstalter

  • 9 Anonym 28.02.2019, 08:15 Uhr

    Anscheinend ein Bermuda-Dreieck! Gibt es bei der örtlichen Polizei Menschen, die ein Interesse am Verschwinden von Unterlagen zu diesem Fall haben?

  • 8 Wilhelm 28.02.2019, 08:01 Uhr

    Also bei uns in der Gemeinde Warstein gibt es genug Polizei. Die haben sogar die zeit, zu zweit Sonntags am Vormittag bei Bewohnern zu klingeln und zu fragen, wem der Straße abgestellte u. abgemeldete PKW gehört. Die übernehmen also sogar die Überwachung des ruhenden Verkehrs, für die die Gemeinde zuständig ist.

  • 7 Anonym2 27.02.2019, 23:51 Uhr

    Warum wurde endlich die Mutter eines missbrauchten Kindes ernst genommen? Warum kam das Ganze dann erst weitere 8 Wochen nach d. Festnahme des Haupttäters an die Öffentlichkeit? Warum wurde der Koffer erst 4 Wochen nach der letzten Sichtung vermisst? Warum wird die Öffentlichkeit erst weitere 2 Wochen später darüber informiert? Warum wurde ein "Student" mit der Sichtung und somit auch Bewertung der Datenträger beauftragt? Ist dieser Student für soetwas ausgebildet genug? Hat dieser Student tatsächlich nur 5 Std. für die "Arbeit" benötigt? Warum wurde das Auto des Hauptverdächtigen erst jetzt beschlagnahmt und stand wochenlang unbeaufsichtigt weiter auf dem Campingplatz? Warum kann man sicher sein, dass die jetzt gefundenen Datenträger nicht jemand extra im Nachhinein dort hingeschmuggelt hat? Warum reichte bis vor kurzem ein einfaches Flatterband als Absperrung? Warum wurde der Polizeichef versetzt und nicht entlassen? Warum wird in Deutschland soviel (kaputt)ver

  • 6 Rudi Mentär 27.02.2019, 23:32 Uhr

    Vielleicht ist ja eine Landpolizei mit einem Fall dieser Dimension überfordert, vielleicht ist es aber auch ähnlich wie beim Fall Doutrux in Belgien, wo lokale Prominenz involviert gewesen ist, was vertuscht werden muss. Aber nachdem aus einer anderen Asservatenkammer in NRW 10000Euro verschwindend konnten, fehlt es vielleicht auch nur an entsprechender Führung und Aufsicht.

  • 5 Anonym 27.02.2019, 23:09 Uhr

    Warum wurde endlich die Mutter eines missbrauchten Kindes ernst genommen? Warum kam das Ganze dann erst weitere 8 Wochen nach d. Festnahme des Haupttäters an die Öffentlichkeit? Warum wurde der Koffer erst 4 Wochen nach der letzten Sichtung vermisst? Warum wird die Öffentlichkeit erst weitere 2 Wochen später darüber informiert? Warum wurde ein "Student" mit der Sichtung und somit auch Bewertung der Datenträger beauftragt? Ist dieser Student für soetwas ausgebildet genug? Hat dieser Student tatsächlich nur 5 Std. für die "Arbeit" benötigt? Warum wurde das Auto des Hauptverdächtigen erst jetzt beschlagnahmt und stand wochenlang unbeaufsichtigt weiter auf dem Campingplatz? Warum kann man sicher sein, dass die jetzt gefundenen Datenträger nicht jemand extra im Nachhinein dort hingeschmuggelt hat? Warum reichte bis vor kurzem ein einfaches Flatterband als Absperrung? Warum wurde der Polizeichef versetzt und nicht entlassen? Warum wird in Deutschland soviel (kaputt)verwaltet

  • 4 HgE 27.02.2019, 22:53 Uhr

    Mit Erschütterung nimmt man als Vater und Großvater solche Dramen geschockt zur Kenntnis. Was sind das für Menschen? Warum hat niemand die Augen und Ohren aufgemacht. Schlimm finde ich, dass man ein Kind von staatlicher Seite in die Obhut dieses Mannes gibt. Hat sich eigentlich mal ein Verantwortlicher die Örtlichkeiten aus dem sogenannten Campingplatz angeschaut? Da gebe ich noch nicht mal einen Wellensittich ab. Am allerschlimmsten sind die Verdachtsfälle gegen die Polizeibeamten. Hier wird durch so paar Berufsversager eine ganze Polizei an den Pranger gestellt. Die Damen und Herren halten täglich für uns die Gesundheit hin. Und ganze Generationen haben keinen Respekt mehr vor der Polizeiarbeit. Was diese Berufsgruppe sich gefallen lassen muss ist schon der Gipfel. Wo bleibt die Staatliche Fürsorge für die Polizei. Da müssen endlich mal vor Gericht die Strafen angewendet werden, die das Gesetz vorsieht. Die Beamten vor Ort müssen bei nachgewiesener Schuld aus dem Dienst!

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