Lügde: Kritik an Opferschutzbeauftragter

Lügde: Kritik an Opferschutzbeauftragter

  • Lügde-Opfer fühlen sich geoutet
  • Briefe mit Absender "Beauftragte für Opferschutz"
  • Prozedere soll jetzt geändert werden
NRW-Opferschutzbeauftragte besucht Lügde

NRW-Opferschutzbeauftragte Auchter-Mainz

Nach den Missbrauchsfällen in Lügde kritisieren betroffene Familien die Opferschutzbeauftragte des Landes. Sie hatte Familien, deren Kinder mutmaßlich missbraucht wurden, im Februar und im März angeschrieben. Auf den Umschlägen war der Absender lesbar - auch für andere.

Stellt sich die Frage, wie sensibel Behörden beim Umgang mit solchen Briefen umgehen müssen. Für eine Stellungnahme war die nordrhein-westfälische Opferschutzbeauftragte Elisabeth Auchter-Mainz am Samstag (25.05.2019) für den WDR nicht zu erreichen.

Ministerium denkt über Verbesserung nach

Das NRW-Justizministerium bestätigte, dass es Vorwürfe zu den Briefen gab. In Zukunft sollten auch neutrale Umschläge verwendet werden. Gegenüber dem "Westfalen-Blatt" sagte Auchter-Mainz, sie habe nicht damit gerechnet, dass die Erkennbarkeit des Absenders zu Problemen führen könne. Postzusteller seien zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Opferanwalt kritisiert mangelnde Sensibilität

Scharfe Kritik kam von einem der Opferanwälte, Peter Wüller. Er sprach gegenüber dem WDR von einem erneuten Behördenversagen und warf der Opferschutzbeauftragten mangelnde Sensibilität vor.

In einem Ort wie Lügde verbreite sich so etwas wie ein Lauffeuer. Dadurch würden die Betroffenen, die Schutz bräuchten, stigmatisiert.

Intimität der betroffenen Kinder "fahrlässig verletzt"

Die Briefe, in Umschlägen mit dem Absender "Opferschutzstelle", verletzten fahrlässig die Intimität der betroffenen Kinder und ihrer Familien. "Man hätte es auch an die Hauswand schreiben können", bemängelte Wüller. Dies sei für die Betroffenen "sehr schlimm, und ich hoffe, dass sich das nicht noch einmal ereignet".

Das Mindeste, das die Opferschutzbeauftragte nun tun könne, sei, sich bei den Familien zu entschuldigen. Dies müsse selbstverständlich in anonymisierter Form geschehen.

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Stand: 26.05.2019, 06:35