Trotz der Missbrauchsfälle: Osterräderlauf in Lügde

Trotz der Missbrauchsfälle: Osterräderlauf in Lügde

Der Osterräderlauf in Lügde wird auch in diesem Jahr trotz des tausendfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern statt finden. Dutzende junge Familien begleiteten am späten Montagnachmittag (15.04.2019) die Vorbereitungen auf das jährliche Großereignis.

Eine Absage des Jahrhunderte alten Osterräderlaufs komme nicht infrage, teilte der ausrichtende Dechenverein auf Anfrage des WDR mit. Gerade unter dem Eindruck der Missbrauchsfälle solle die Traditionsveranstaltung in Lügde die Gemeinschaft stärken und den Zusammenhalt fördern.

Osterräderlauf ist UNESCO-Weltkulturerbe

Die Veranstaltung ist immaterielles Kulturerbe und von bundesweiter Bedeutung. Traditionell werden am Ostersonntag bei Einbruch der Dunkelheit mit Stroh gefüllte Eichenholzräder angezündet und vom Osterberg in das Tal des Flusses Emmer gerollt. Erwartet werden rund zwanzigtausend Besucher.

"Immer und überall denken alle an die Kinder"

"Lügde ist zwar der Tatort, die Bürger aber keine Täter", sagt Bürgermeister Heinz Reker, und ergänzt gegenüber dem WDR, dass man selbstverständlich immer mit den Gedanken bei den betroffenen Kindern sei. Aber man müsse auch nach vorne schauen und im Auge behalten, wie das Leben im Ort fortan miteinander gestaltet werden könne.

Stand: 16.04.2019, 08:33