Lügde: Beweise für Überführung der Täter vermutlich ausreichend

Oberstaatsanwalt Ralf Vetter spricht in Detmold bei einer Pressekonferenz.

Lügde: Beweise für Überführung der Täter vermutlich ausreichend

  • Staatswanwaltschaft wehrt sich gegen Vorwürfe zu Lügde
  • Neue Funde nicht relevant - Zeugenaussagen wichtig
  • Beweise sollen für Überführung der Täter ausreichen

Nach den erneuten Funden von Datenträgern auf einem Campingplatz bei Lügde hat die Staatsanwaltschaft Detmold Kritik an der Ermittlungsarbeit zurückgewiesen. Sämtliche Funde seien als nicht beweiserheblich für das Verfahren um massenhaften Kindesmissbrauch einzustufen, teilte Oberstaatsanwalt Ralf Vetter am Mittwoch (17.04.2019) laut Mitteilung mit.

"Funde überwiegend veraltet"

"Die letzten Funde überwiegend veralteter Datenträger ungeklärter Herkunft besitzen keinerlei Relevanz und haben das Ermittlungsverfahren auch in keiner Weise gefördert", heißt es in der Stellungnahme.

Vetter verwies darauf, dass die Relevanz von Dateien für die Beweisführung geringer anzusehen sei als die vorliegenden Zeugenaussagen. "Nach wie vor gilt jedoch die Einschätzung, dass die vorhandenen Beweismittel für eine Überführung der Täter ausreichen werden", teilte der Oberstaatsanwalt schriftlich mit.

Verdächtige sitzen weiter in U-Haft

Auf dem Campingplatz in Lügde soll der 56-jährige Dauercamper mit einem Komplizen (33) über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die beiden Verdächtigen sowie ein 48-Jähriger aus dem niedersächsischen Stade sitzen in Untersuchungshaft. Ermittelt wurden bislang 40 Opfer.

Sichergestellt wurden bei wiederholten Durchsuchungen Festplatten und andere Datenträger mit rund 3,3 Millionen Bildern und fast 86.300 Videos. 155 CDs und DVDs waren dann aus der Obhut der Polizei verschwunden, woraufhin die Staatsanwaltschaft Detmold ein Strafverfahren gegen unbekannt eingeleitet hatte. Bei Abrissarbeiten in der vergangenen Woche wurden erneut Datenträger gefunden.

Stand: 17.04.2019, 17:24

Weitere Themen