Missbrauchsfall Lügde: Weitere Kinder aus ihren Familien genommen

Polizeiabsperrung auf dem Campinpgplatz Lügde

Missbrauchsfall Lügde: Weitere Kinder aus ihren Familien genommen

  • Fünf weitere Kinder in Obhut genommen
  • Ermittlungen gegen zwei Väter
  • Vorwurf: Beihilfe zum sexuellen Missbrauch

Im Missbrauchsfall Lügde hat das Jugendamt Lippe weitere Kinder in Obhut genommen. Wie am Dienstag (19.03.2019) bekannt wurde, sind zusätzlich zur Pflegetochter des Hauptbeschuldigten fünf weitere Kinder aus ihren Familien genommen worden. Vier von ihnen gehören zu einem alleinerziehenden Vater, ein Kind zu einer alleinerziehenden Mutter, erklärte das NRW-Innenministerium am Mittwoch (20.03.2019).

Vater wird wegen Beihilfe beschuldigt

Der Vater soll von dem Missbrauch an seinen Kindern gewusst haben. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch eingeleitet. Das fünfte Kind sei ebenfalls Opfer der Verbrechen, die Mutter stehe aber nicht unter Verdacht, davon gewusst zu haben.

Ein Kind lebte auf dem Campingplatz

Jugendamtsleiter Karl-Eitel John sagte dem WDR: "Die Kinder sind auf alle Fälle Opfer. Die Eltern könnten Täter sein. Das wird ermittelt. Ein Kind lebte auch in einem Wohnwagen auf dem Campingplatz." Die Wohnverhältnisse dort seien "desolat" gewesen.

Eltern "könnten Täter sein"

Die Staatsanwaltschaft Detmold ermittelt gegen zwei Väter. Bei dem einen handelt es sich um den bereits bekannten 56-jährigen Beschuldigten. Der zweite Elternteil, gegen den ermittelt wird, ist ein weiterer der bereits bekannten sieben Beschuldigten.

Innenminister Herbert Reul (CDU) zeigte sich im WDR-Hörfunk "fassungslos" darüber, dass ein Vater "drei eigene Kinder dem Campingplatz zugeführt hat".

Innenminister Reul zu Lügde: "Polizisten haben Fehler gemacht"

WDR 2 20.03.2019 03:51 Min. Verfügbar bis 19.03.2020 WDR Online

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Der Vorwurf lautet Beihilfe zum sexuellen Missbrauch, teilte die Polizei Bielefeld am Mittwoch (20.03.2019) mit. "Es liegen derzeit keine Hinweise darauf vor, dass die Kinder den Beschuldigten 'zugeführt' wurden."

Stand: 20.03.2019, 20:00

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